Der von TV-Satiriker Jan Böhmermann verklagte sächsische Imker stellt sich nach seinem Erfolg in erster Instanz auf eine Fortsetzung des Rechtsstreits um einen von ihm kreierten Honig ein. «Der Ball ist jetzt bei Herrn Böhmermann», sagte der Bienenzüchter und Honigproduzent Rico Heinzig am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er erwartet, dass die Gegenseite in Berufung geht und das Oberlandesgericht Dresden den Fall dann begutachtet. «Wenn das so kommt, können wir uns abermals auf eine spannende Verhandlung vorbereiten.»
Böhmermann wollte dem Bienenzüchter und Honigproduzenten aus Meißen den Vertrieb von und die Werbung für einen nach einer Sendung des «ZDF Magazin Royale» Anfang November 2023 kreierten «Beewashing»-Honig mit dessen Namen und Gesicht verbieten. Das Landgericht Dresden hatte das Ansinnen eines Verbots mit dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung am vergangenen Donnerstag aber als «in der Sache unbegründet» zurückgewiesen.
Böhmermann hatte Heinzig ohne vorherige Rückfrage in einem Bericht über Firmen genannt und gezeigt, die «Beewashing» als eine Form des Greenwashings betreiben würden - ein Wortspiel aus Greenwashing und dem englischen Wort für Bienen. Als satirische Reaktion darauf brachte Heinzig einen «Beewashing»-Honig heraus und warb dafür in einem Dresdner Supermarkt mit Namen, Bild und Zitaten aus der Sendung.