Mit einem Festgottesdienst ist Friedrich Kramer als neuer Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ins Amt eingeführt worden. Zahlreiche Besucher, Vertreter aus Politik und Gesellschaft kamen am Samstag in den Magdeburger Dom. Kramer machte sich in seiner Predigt für Toleranz stark. «Gedanken des Antisemitismus, des Nationalismus, des Rassismus - sie greifen um sich», sagte er. «Wir sind als Christen aufgerufen, die Ausgegrenzten in die Gesellschaft hereinzuholen.» Kramer sprach sich zudem gegen Egoismus und für eine «Haltung des Genug» aus. «Wir brauchen soziale und ökologische Gerechtigkeit.»
Landesbischof Ralf Meister aus Hannover würdigte Kramer als einen lebensfrohen und glaubensstarken Menschen. Seine zahlreichen Begabungen, vielfältigen beruflichen Stationen und die Fähigkeit zur intensiven Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit der Menschen kämen Kramer im bischöflichen Amt zugute.
Der 54 Jahre alte Kramer war im Mai als Nachfolger der bisherigen Landesbischöfin Ilse Junkermann gewählt worden. Der Theologe war bislang Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg. Die EKM hat nach eigenen Angaben rund 700 000 Mitglieder überwiegend in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsens.