Teppiche sind in vielen sächsischen Haushalten fester Bestandteil des Wohnens. Sie sorgen für Gemütlichkeit, verbessern die Akustik und setzen gestalterische Akzente. Gleichzeitig sind sie täglich starken Belastungen ausgesetzt. Die DTR Teppichreinigung mit Sitz in Sachsen hat sich seit vielen Jahren auf die fachgerechte Reinigung und Pflege von Teppichen spezialisiert. Im Interview mit der Redaktion von diesachsen.de spricht Geschäftsführer Nils Möller über die häufigsten Verschmutzungen, typische Fehler bei der Reinigung und gibt praktische Tipps aus der Praxis.
Redaktion DieSachsen.de: Herr Möller, welche Verschmutzungen sehen Sie bei Teppichen am häufigsten?
Nils Möller: Ganz klar an erster Stelle stehen Alltagsverschmutzungen. Dazu gehören Staub, Sand und feine Schmutzpartikel, die über Schuhe in die Wohnung getragen werden. Diese sind besonders tückisch, weil sie sich tief im Flor festsetzen und dort wie Schmirgelpapier wirken. Auf Dauer leidet dadurch die Faserstruktur, auch wenn der Teppich oberflächlich noch sauber aussieht.
Redaktion: Welche Flecken bereiten Ihren Kunden besonders häufig Probleme?
Nils Möller: Klassiker sind Rotwein, Kaffee, Tee und Fruchtsäfte. In Haushalten mit Kindern kommen zusätzlich Kakao, Eis oder Filzstifte dazu. Bei Haustieren sehen wir oft Urin- oder Speichelflecken. Diese Flecken sind nicht nur optisch auffällig, sondern führen häufig auch zu Geruchsproblemen, wenn sie nicht richtig behandelt werden.
Redaktion: Viele Menschen greifen bei Flecken zu Hausmitteln. Ist das sinnvoll?
Nils Möller: Hausmittel können bei frischen Flecken durchaus helfen, wenn man sie richtig einsetzt. Wichtig ist immer: nicht reiben, sondern tupfen. Reiben arbeitet den Fleck nur tiefer ins Gewebe. Ein feuchtes Tuch, etwas lauwarmes Wasser und bei Bedarf ein mildes Reinigungsmittel sind oft ausreichend. Problematisch wird es, wenn aggressive Mittel wie Essigessenz, Backofenreiniger oder Bleichmittel verwendet werden. Diese können Farben zerstören oder die Fasern dauerhaft schädigen.
Redaktion: Gibt es Verschmutzungen, die besonders schwer zu entfernen sind?
Nils Möller: Ja, dazu zählen vor allem alte, eingetrocknete Flecken, die schon mehrfach falsch behandelt wurden. Auch Öl- und Fettflecken sind anspruchsvoll, weil sie sich stark an die Fasern binden. Bei hochwertigen Teppichen aus Wolle oder Seide ist zudem Vorsicht geboten, da diese Materialien empfindlich auf Feuchtigkeit und Chemie reagieren.
Redaktion: Welche Rolle spielen Gerüche bei Teppichen?
Nils Möller: Gerüche sind ein häufig unterschätztes Thema. Teppiche nehmen Gerüche sehr gut auf, zum Beispiel aus der Küche, von Haustieren oder durch Feuchtigkeit. Oft wird versucht, diese mit Duftsprays zu überdecken. Das löst das Problem aber nicht. Eine gründliche Tiefenreinigung ist hier meist der einzige Weg, um Gerüche dauerhaft zu entfernen.
Redaktion: Wann raten Sie zu einer professionellen Teppichreinigung?
Nils Möller: Immer dann, wenn Hausmittel nicht mehr weiterhelfen oder wenn es um hochwertige Teppiche geht. Auch bei großflächigen Verschmutzungen oder hygienischen Themen wie Milben, Allergenen oder Tierhaaren ist eine professionelle Reinigung sinnvoll. Wir empfehlen je nach Nutzung eine fachgerechte Reinigung alle ein bis drei Jahre, um den Teppich langfristig zu erhalten.
Redaktion: Was passiert bei einer professionellen Reinigung anders als zu Hause?
Nils Möller: Der größte Unterschied ist die Tiefe der Reinigung. Bei uns wird der Teppich zunächst gründlich entstaubt, bevor er nass gereinigt wird. Anschließend wird er intensiv gespült, sodass keine Waschmittelrückstände im Gewebe bleiben. Auch die kontrollierte Trocknung ist entscheidend, um Gerüche, Schimmel oder Verformungen zu vermeiden. Diese Schritte lassen sich im Haushalt kaum umsetzen.
Redaktion: Gibt es typische Pflegefehler, die Sie immer wieder sehen?
Nils Möller: Ja, neben dem Reiben bei Flecken ist das Übernässern ein häufiger Fehler. Zu viel Wasser kann den Teppichrücken beschädigen oder zu Wellenbildung führen. Außerdem wird oft zu selten gesaugt. Regelmäßiges Staubsaugen ist die wichtigste Maßnahme, um Schmutz gar nicht erst tief in den Flor eindringen zu lassen.
Redaktion: Zum Abschluss – Ihr wichtigster Tipp für Teppichbesitzer in Sachsen?
Nils Möller: Teppiche sind langlebige Wohntextilien, wenn man sie richtig behandelt. Wer regelmäßig pflegt, Flecken frühzeitig richtig angeht und bei Bedarf einen Fachbetrieb einschaltet, hat viele Jahre Freude an seinem Teppich. Und im Zweifel lieber einmal fachkundig nachfragen, bevor man mit ungeeigneten Mitteln mehr Schaden als Nutzen anrichtet.
Fazit:
Teppichverschmutzungen gehören zum Alltag, lassen sich aber mit dem richtigen Wissen gut beherrschen. Das Interview mit Nils Möller zeigt, wie wichtig sachgerechte Pflege und professionelle Reinigung für den Werterhalt von Teppichen sind. Gerade in stark genutzten Haushalten oder bei hochwertigen Teppichen zahlt sich fachliche Unterstützung langfristig aus.