Um die anhaltende Haushaltskrise zu lösen, fordern die Landkreise in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine umfassende Staatsreform. «Ziel muss es sein, die Kommunalfinanzen, aber auch die Staatsfinanzen insgesamt, wieder auf solide Füße zu stellen», sagte Landrat Götz Ulrich (Burgenlandkreis), Präsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt, nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den Nachbarländern. Von Bund und Ländern forderte Götz «eine verfassungsgemäße Finanzausstattung nach dem Grundsatz "Wer bestellt, bezahlt" sowie eine umfassende Staatsreform im Sinne einer "Agenda 2035".» Der sächsische Landkreistagspräsident Henry Graichen ergänzte, die Landkreise würden zu ihrer Verantwortung stehen - von der Kinder- und Jugendhilfe über die Eingliederungshilfe bis zum Rettungsdienst, zum ÖPNV und zu Schulen und Straßen. «Diese Verantwortung können wir aber nur tragen, wenn die Finanzierung dauerhaft gesichert ist.» Derzeit erlebe man das Gegenteil. «Um die finanzielle Handlungsfähigkeit aller Kommunen nicht nur in Thüringen zukünftig sicherzustellen, muss der Sozialstaat grundlegend reformiert werden», ergänzte der Thüringer Landkreistagspräsident Christian Herrgott. Die sozialen Standards müssten auf den Prüfstand und auf die Menschen begrenzt werden, die tatsächlich die Hilfe des Staates benötigen. Deutschlands Kommunen kämpfen seit Jahren mit steigenden Kosten insbesondere im Bereich der Sozialausgaben. Die kommunalen Spitzenverbände hatten im Juni für 2026 vor einem Defizit von deutschlandweit knapp 30 Milliarden Euro gewarnt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWer bestellt, soll auch bezahlen
Landkreise wollen Prüfung der sozialen Standards