Die Stadtentwässerung bekämpft jetzt die Ratten im Regierungsviertel. Bei einer Kamerabefahrung waren in Toilettenleitungen des Umweltministeriums zwei Nager entdeckt worden. Deshalb hat das Dresdner Abwasserunternehmen jetzt zusätzlich noch zwei weitere Rattenfallen im Regierungsviertel in Kanalschächten an der Wilhelm-Buck-Straße installiert, erklärt Thomas Würfel, Teamleiter für Abwasserableitung. Dabei handelt es sich um durchsichtige, flutsichere Köderboxen, sodass kein Gift ins Abwasser kommt. Sie werden in die Schächte hinabgelassen.
Tausende Ratten gibt es in Dresden. Viele davon leben in den rund 1.850 Kilometer langen Kanälen. Nahrung finden sie genug. Denn viele Leute werfen Nudeln, Kartoffeln oder andere Speisereste ins Klo, kennt der Teamleiter die Praxis. Wird nichts unternommen, können die Ratten schnell zur Gefahr werden, da sie schwere Krankheiten übertragen.
Zu DDR-Zeiten wurde im maroden Kanalnetz nichts gegen Ratten getan, weiß der Abwasserfachmann, der seit 1981 bei der Stadtentwässerung arbeitet. „Damals hatte es viel mehr Nager gegeben.“ Sie tummelten sich auch in vielen Abwassergruben, die es vor allem am Stadtrand hinter jedem zweiten Haus gab. „Seit über zehn Jahren kümmern wir uns ganz intensiv um die Rattenbekämpfung“, sagt er. Allerdings gibt es dabei neue Herausforderungen zum Schutze der Umwelt.
