Zum Jahresbeginn gehört es in Großenhain zur schönen Tradition, dass der Oberbürgermeister zur Festveranstaltung „Tag des Ehrenamtes“ in das Kulturschloss Großenhain einlädt. Die Einladung am 16. Januar nahmen in diesem Jahr rund 200 Ehrenamtliche aus Kita-, Hort-, Förder- und Jugendvereinen, Kultur- und Musikvereinen, der Heimat- und Brauchtumspflege sowie Stadt- und Ortschaftsräte an. Auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr konnten vom Oberbürgermeister begrüßt werden. Auf der Gästeliste der Dankeschön-Veranstaltung standen außerdem Menschen, die als stille Helfer aktiv sind und keinem Verein angehören. Das teilte die Statverwaltung mit.
In seiner Festrede sprach Oberbürgermeister Sven Mißbach über die große Bedeutung des Ehrenamtes und dankte allen, die sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl einsetzen, ohne dafür Lob und Anerkennung zu erwarten. Sie täten dies aus persönlicher Überzeugung und aus Verbundenheit mit ihrem Ehrenamt, den Großenhainern und der Stadt, so Sven Mißbach. In seiner Rede ging er auch auf Ergebnisse einer im vergangenen Jahr durchgeführten Ehrenamtsumfrage ein, an der sich über 50 ehrenamtlich Engagierte und Vereine beteiligt hatten. Der Unterstützung des Ehrenamtes durch Stadtrat und Stadtverwaltung stellten sie generell gute bis sehr gute Noten aus, nannten zugleich aber auch Probleme wie etwa Nachwuchssorgen. Am Beispiel der neugebauten Judohalle und der aktuell laufenden Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses an der Erich-Weinert-Straße machte der Oberbürgermeister deutlich, welche hohe Priorität das Ehrenamt in der Stadt besitzt und dass Stadtrat und Stadt dieses auch weiterhin fördern und unterstützen.
Im Anschluss an die Festrede folgten die Höhepunkte des Abends: die Verleihungen der Kleinen Preuskermedaille der Stadt Großenhain. Auf Beschluss des Stadtrates erhielten in diesem Jahr zwei Preisträgerinnen die Auszeichnung.
Geehrt wurde Marianne Gerbert für ihr unermüdliches soziales Engagement. Sie ist langjährige Gruppenleiterin der Frauenselbsthilfe Krebs Gruppe Großenhain und war zugleich mehrere Jahre im Landesverband Sachsen als stellvertretende Landesvorsitzende tätig. Sie organisiert Gruppentreffen und -ausflüge, informiert über Fachvorträge und Seminare und organisiert deren Besuch. Sie hält die Gruppenmitglieder außerdem über neueste Erkenntnisse von Kongressen, wie Senologie- oder Krebskongress, Landestagung und dem Bundeskongress auf dem Laufenden. Sie unterstützt Mitglieder bei Facharztbesuchen und im Alltag. Zudem arbeitet sie als Patientenvertreterin im Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin in der AG Mammographie Screening mit. Auch durch ihr Mitwirken wurden die Altersgrenzen von 70 auf 75 Jahre erhöht und die Absenkung von 50 auf 45 Jahre wird beraten. Neben diesem Engagement setzt sich Frau Gerbert außerdem seit Jahrzehnten sehr aktiv in und für die Arbeit und Interessen der Selbsthilfegruppen "Aktive arbeitslose Frauen" und "Aktive Vorruheständler" ein. Sie trägt zur Wissens- und Informationsvermittlung bei, organisiert Ausflüge und Veranstaltungen und hilft bei Anträgen und Behördengängen. Frau Gerbert ist außerdem ehrenamtliche Richterin am Arbeits- und Sozialgericht Dresden und war als Stadträtin und Kreisrätin kommunalpolitisch aktiv. Als sachkundige Einwohnerin bringt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in den Ausschuss für Kultur, Senioren, Soziales und Partnerschaft der Stadt Großenhain ein und engagiert sich darüber hinaus in weiteren Vereinen.
Die zweite Preisträgerin des Abends war Heike Münch. Sie engagiert sich seit 1990 in außergewöhnlichem Maße ehrenamtlich bei der Wasserwacht Großenhain. Neben ihrer langjährigen Tätigkeit als Lehrerin in Großenhain widmet sie sich mit großer Leidenschaft der Schwimmausbildung von Kindern und Jugendlichen. Durch ihren unermüdlichen Einsatz hat sie im Laufe der Jahre mehr als 1.000 kleinen Nichtschwimmern das Schwimmen beigebracht – ein unschätzbarer Beitrag zur Sicherheit und Selbstständigkeit von Kindern und Jugendlichen. Jährlich führt sie im NaturErlebnisBad Großenhain Schwimmlehrgänge für rund 30 bis 35 Kinder durch. Dabei übernimmt sie nicht nur die praktische Ausbildung im Wasser, sondern auch die Organisation und Koordination der Kurse. Ihr Einsatz sei ein herausragendes Beispiel für gelebte Verantwortung, Bürgersinn und ehrenamtliches Engagement auf kommunaler Ebene, hieß es dazu im Nominierungsantrag.
Die Laudatio auf Marianne Gerbert hielt Isolde Tanneberger, Mitglied im Bundesvorstand Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) und seit 2019 Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen. Die Laudatio für Heike Münch wurde vom Präsidenten des DRK-Kreisverbandes Großenhain, Dr. med. Horst Heilmann, gehalten. Mit ihren Auszeichnungen gehören Marianne Gerbert und Heike Münch zu den mittlerweile 71 Trägerinnen und Trägern der Kleinen Preuskermedaille. Die Auszeichnung wurde erstmals im Jahr 2000 verliehen.
Begleitet vom Posaunenchor der Marienkirche Großenhain und unterhalten von der magischen Zaubershow von Pascal Dalchau wechselten die Gäste nach den Verleihungszeremonien vom offiziellen in den geselligen Teil des Abends. Kulinarisch herzhaft und süß verköstigt wurden sie dabei vom Restaurant und Bistro Wendt aus Gröditz.