Tom Schilling tut es, Jasmin Tabatabai auch (gerade erst wieder sehr erfolgreich mit dem Soloalbum «Jagd auf Rehe»), Anna Loos und Matthias Schweighöfer sowieso. Zu den immer zahlreicheren deutschen Schauspielern, die neben Theater und Film ihr Talent als Musiker beweisen (wollen), gesellt sich nun Sandra Hüller.
Die vielfach ausgezeichnete Theater- und Kino-Darstellerin aus Leipzig (42, «Toni Erdmann») belässt es als Sängerin zwar erstmal bei einem Minialbum. Die sieben Stücke von «Be Your Own Prince» - eingespielt mit dem Berliner Musiker und Produzenten Daniel Freitag - sind allerdings stilistisch gewagter angelegt als alles, was man von ihren Schauspielerkollegen bisher gehört hat.
Zwischen Indie-Elektropop, angeschrägten Kunstliedern und eher atmosphärischen Soundskizzen bewegt sich Hüller, die bei Bedarf auf eine klare, durchaus kräftige Stimme zurückgreifen kann. Schon der Opener «Dear Sailor» besteht aus kaum mehr als gehauchtem Gesang, Akustikgitarre, etwas Synthie-Experiment - und Rauschen. «My Love (Last Breath)» mit wildem Getröte klingt fast noch avantgardistischer. Und auch danach bleibt es unberechenbar.