Eine Fotoschau in der Kunstsammlung Jena widmet sich ab diesem Freitag einem besonderen Kapitel DDR-Geschichte: Festen und Feiern. Denn in Ostdeutschland wurde schon vor dem Fall der Mauer bei jeder Gelegenheit gern gefeiert, ob im Betrieb, in der Gartensparte, im privaten Umfeld oder offiziell in Städten und Dörfern. Unter dem Titel «Der große Schwof - Feste feiern im Osten» sind mehr als 300 Fotografien vor allem aus den 1980er Jahren zu sehen. «Sie sind so heterogen, wie das Leben und die Lebenserfahrungen in diesem untergegangenen Land gewesen sind», erklärte die Kunstsammlung am Mittwoch. Gezeigt werden Arbeiten von 31 Künstlerinnen und Künstlern.
«Fragt man Menschen nach ihrem geselligen Leben in der DDR, geht fast immer ein Leuchten über ihre Gesichter. Viele erzählen gern von genau diesen Erinnerungen, von ungezwungenen Gemeinsamkeiten, an ein Miteinander jenseits der offiziellen Normen und politischer Vorgaben», hieß es in der Einladung zur Ausstellung. Ob Feiern, Tanzen oder Trinken: Zu allen Zeiten habe «Schwofen» als willkommenes Ventil für aufgestaute Energien gedient, die aus dem Diktat von Meinungen, Redeverboten, Diskreditierungen und einer Bevorteilung opportunistischer Verhaltensweisen erwachsen seien.