Auf dem angekündigten Weg zur Rückgabe der als koloniales Raubgut geltenden Benin-Bronzen an Nigeria sind die wertvollen Kunststücke nun online zugänglich. Die Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten veröffentlichte am Dienstag eine erste Präsentation mit 1127 Objekten aus Beständen der fünf deutschen Mitgliedsmuseen der Benin Dialogue Group. Der Schritt geht zurück auf eine Runde von Museumsexperten und politisch Verantwortlichen von Ende April, die erste Rückgaben von Benin-Bronzen für 2022 angekündigt hat.
Bis zu diesem Sommer sollen konkrete Handlungsschritte und ein Fahrplan für die Frage der Rückführung von Benin-Bronzen entwickelt werden. Zunächst beteiligt sind das Linden-Museum (Stuttgart), Museum am Rothenbaum (Hamburg), Rautenstrauch-Joest-Museum (Köln), Völkerkundemuseum Dresden sowie Ethnologisches Museum Berlin. Mittelfristig sollen sämtliche in deutschen Einrichtungen befindlichen Benin-Bronzen sowie künftig auch andere Sammlungen aus kolonialen Kontexten online zugänglich sein.