Sie sollen in Budapest Neonazis gejagt und geschlagen haben: Vier junge Frauen und zwei Männer im Alter von 22 bis 24 Jahren aus Jena und Leipzig müssen sich von Dienstag an in Düsseldorf als mutmaßliche Mitglieder der Antifa-Ost, auch Hammerbande genannt, im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts verantworten. Für den Prozessbeginn ist vor Ort eine Demonstration mit rund 100 Teilnehmern aus der Unterstützer-Szene angekündigt.
Der Generalbundesanwalt stuft die Antifa-Ost als militante, linksextreme Vereinigung ein. In Budapest seien verschiedene Personen mit Faustschlägen, Schlagstöcken und einem Hammer angegriffen worden. Bei einigen Attacken sollen die Angeklagten den Tod ihrer Opfer in Kauf genommen haben, was die Anklage als versuchten Mord einstuft.
Das wiederum stößt bei den Verteidigern auf Entsetzen. Nicht einmal die ungarische Justiz habe einen Tötungsvorsatz gesehen, heißt es in einer Presseerklärung der Anwälte. Der Generalbundesanwalt ignoriere damit die rechtliche Wertung des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof.