Es geht um die Mitgliedschaft in der rechtsextremen Terrorgruppe «Letzte Verteidigungswelle» oder deren Unterstützung, versuchten Mord, Verabredung zum Mord und gefährliche Körperverletzung: Gut neun Monate nach großangelegten Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen müssen sich acht junge, teils noch minderjährige Männer vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg verantworten. Laut Bundesanwaltschaft verstanden sich die Mitglieder der Gruppe als letzte Instanz zur Verteidigung der «Deutschen Nation».
Was wird ihnen vorgeworfen?
Ziel der Gruppe sei es gewesen, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen, hieß es von der obersten Anklagebehörde in Karlsruhe. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen.
Die Bundesanwaltschaft rechnet der Gruppe drei Anschläge und Anschlagspläne in Brandenburg und Thüringen zu. So sollen zwei Mitglieder im Oktober 2024 einen Brandanschlag auf ein Kulturhaus im südbrandenburgischen Altdöbern verübt haben. Die dort lebenden Menschen seien nur durch Zufall nicht verletzt worden, so die Bundesanwaltschaft.
Im thüringischen Schmölln sollen zwei Mitglieder der Gruppe im Januar vergangenen Jahres das Fenster einer bewohnten Asylbewerberunterkunft eingeschlagen und versucht haben, sie mittels Pyrotechnik in Brand zu setzen. Der Versuch misslang. An der Unterkunft hinterließen die Täter aber unter anderem Hakenkreuze und Slogans wie «Ausländer raus».
Zudem sollen drei Mitglieder der Gruppe einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft im brandenburgischen Senftenberg geplant haben, der aber offenbar aufgrund von Hinweisen eines Reporterteams von «stern»/RTL verhindert werden konnte. Vier Beschuldigte sollen zudem Menschen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten.