Nach dem Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel ist auch in Sachsen die Zahl antisemitischer Vorfälle massiv angestiegen. Drei Viertel der im vergangenen Jahr registrierten Vorfälle habe sich nach dem 7. Oktober ereignet, teilten der Landesverband der Meldestelle Antisemitismus (Rias) und die Opferberatungsstelle OFEK Sachsen am Montag bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes mit. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 191 antisemitische Vorfälle dokumentiert worden - also drei bis vier pro Woche.
«Sehr stark ist dieses Bedrohungsgefühl bei den Kindern und Jugendlichen in den Schulen, und jetzt auch an den Hochschulen», betonte Goldenbogen. Laut Bericht wurden im vergangenen Jahr 13 Vorfälle in Bildungseinrichtungen dokumentiert - etwa wurde auf einer Leipziger Schultoilette die Parole «Wir müssen die Juden auslöschen» entdeckt.
Jüdinnen und Juden seien in sämtlichen Bereichen ihres alltäglichen Lebens mit Antisemitismus konfrontiert, vom öffentlichen Raum bis zum persönlichen Nahbereich, sagte Rias-Projektreferentin Charlotte Brandes. Somit müsse eine Abwägung zwischen der Sichtbarkeit der eigenen jüdischen Identität und der Sicherheit als Person passieren.
Haupttatort war laut Bericht der öffentliche Raum - zwei Drittel der Vorfälle (131) ereigneten sich auf offener Straße. Als Erscheinungsform wurde der israelbezogene Antisemitismus mit 101 Vorfällen mit Abstand am häufigsten dokumentiert.