Die Grünen im Sächsischen Landtag setzen sich auf Basis eines neuen Gutachtens für Vorbereitungen einer Richteranklage gegen den umstrittenen Ex-AfD-Abgeordneten Jens Maier ein. Um den Ablauf von Fristen zu verhindern, müsse man das Verfahren so schnell wie möglich angehen, sagte der verfassungspolitische Sprecher Valentin Lippmann am Dienstag. «Es ist die Pflicht aller politischen Organe, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen.»
Der frühere AfD-Bundestagsabgeordnete Maier hatte sein Mandat bei der Wahl 2021 verloren. Der sächsische Verfassungsschutz stuft ihn als Rechtsextremisten ein. Seine mögliche Weiterbeschäftigung als Richter hatte Unmut und Kritik ausgelöst.
Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität Berlin, hatte im Auftrag der Grünen die Voraussetzungen für eine Richteranklage untersucht. Mit ihr könnte der Landtag das Bundesverfassungsgericht anrufen, um die Versetzung Maiers in ein anderes Amt oder in den Ruhestand zu erreichen oder auch seine Entlassung zu erwirken. Für diesen Schritt ist allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erforderlich - neben den Koalitionsfraktionen CDU, SPD und Grünen müsste auch die Linke zustimmen.