Busunternehmen fehlt die Infrastruktur für Elektrobusse
Die Umstellung auf Elektrobusse und absehbar weniger Schülertransporte bereiten Omnibusunternehmen kurz vor einem Branchentreffen Kopfzerbrechen. «Einen Elektrobus heute zu kaufen ist nicht mehr so schwer, aber wir brauchen die Infrastruktur dazu. Das ist die größte Herausforderung», sagte Omnibusunternehmerin und Vorstandsmitglied des Verbands Mitteldeutscher Omnibusunternehmen, Jana Glaser, in Erfurt. Bis zu 1,5 Milliarden Euro wären nach Hochrechnungen des Verbands in den nächsten zehn Jahren allein in Thüringen nötig, um die notwendigen Investitionen zu Elektrifizierungen des Linienbusverkehrs zu finanzieren. Dazu gehört auch die Auf- und Umrüstung der Betriebshöfe, wie der Verbandsgeschäftsführer Tilmann Wagenknecht sagte. Er verwies auch darauf, dass sich die Auftragslage und Auslastungen für die Busunternehmen mit Blick auf den prognostizierten Rückgang an Schülerzahlen aufgrund von Geburtenrückgängen in Zukunft ändern könnten. Daneben bereiteten hohe Dieselpreise, gestiegene Personalkosten und Fahrermangel den Unternehmen Probleme. Verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen seien nötig, um auch einen verlässlichen öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen zu ermöglichen, so Wagenknecht. Die öffentlich vergebenen und oft langfristig geschlossenen Dienstleistungsaufträge könnten die Betriebskostenentwicklung nicht auffangen. In Thüringen müsse etwa das Land mehr Geld in die Hand nehmen, die vom Bund bereitgestellten Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr reichten nicht aus. Am 4. und 5. November treffen sich Omnibusunternehmer, Hersteller und Zulieferer der Branche zum 21. Mitteldeutsche Omnibustag in der Nähe von Halle. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWeniger Schüler, die mit Bussen zur Schule kommen werden