Zu geringe Investitionen, zu wenige Fachkräfte und eine zunehmend alternde Bevölkerung: Der «Wettbewerbsreport Ostdeutschland» sieht die Gefahr, dass der Osten Deutschlands wirtschaftlich den Anschluss verliert. Die Studie, die das Dresdner Ifo-Institut im Auftrag ostdeutscher Wirtschaftsverbände erstellt hat, empfiehlt der Politik deshalb, schnellstmöglich gegenzusteuern.
«Mir ist jeder einzelne Arbeitsplatz in Ostdeutschland enorm wichtig», sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, bei der Vorstellung der Studie im Berliner Bundesfinanzministerium. Die Politik müsse gegen das schwindende Vertrauen in die Politik angehen. Es gehe um Investitionen in die wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschlands und Zukunftsperspektiven für die Menschen vor Ort.
Konkretes Risiko für die Region ist der teils dramatische Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung, wie Joachim Ragnitz vom Dresdner Ifo-Institut sagte. Stellenweise schrumpfe ihre Anzahl gemäß den Prognosen um bis zu 25 Prozent - im Schnitt sind es 7 Prozent bis 2035. Die Gefahr: Produktion kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Hinzu komme, dass gut ausgebildete, junge Menschen abwanderten.