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Ein Fingerschnipsen von Topform entfernt? Bayern unter Druck

Ein Fingerschnipsen von Topform entfernt? Bayern unter Druck
Manuel Neuer muss vielleicht auch gegen die Leipziger aussetzen. (Archivbild) / Foto: Peter Kneffel/dpa
Der FC Bayern muss für das Heimspiel gegen RB Leipzig erneut einen Plan ohne Manuel Neuer in der Hinterhand haben. Wie begegnet Vincent Kompany der Debatte um Stellvertreter Jonas Urbig?

Mit einem Fingerschnipsen unterstrich Vincent Kompany seine Worte. Der Bayern-Trainer sprach davon, dass das Starensemble ganz nah an seiner «allerbesten Version» sei. Doch nach den zwei nicht gewonnenen Spielen in der Bundesliga beim FC Augsburg (2:2) und in der Champions League bei Viking Stavanger (3:3) rücken statt der Pluspunkte im Münchner Spiel die Mankos und der Platzverweis für Michael Olise in den Fokus.

Wohl wieder ohne Neuer

Der deutsche Fußball-Rekordmeister lag zuletzt nach 8,4 und 71 Sekunden zweimal schnell zurück, zudem wies die so stabile Defensive wiederholt Lücken in der Restverteidigung auf. Kompany berichtete vor dem richtungsweisenden Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig, dass er sein Team «scharf» erlebt habe. «Wir wollen voll angreifen, wir spielen zu Hause, wir haben Hunger», sagte der 40-Jährige, der voraussichtlich erneut auf Manuel Neuer im Tor verzichten muss.

In «innerlicher Alarmbereitschaft» stellte Kapitän Joshua Kimmich in der bislang frustrierenden Woche fest, dass man ein bisschen hinterherlaufe. In der Bundesliga liegt der Doublesieger hinter Dortmund und Spitzenreiter Freiburg, gegen die es in den nächsten Wochen geht, nur auf dem dritten Platz. Zudem treffen die Bayern im Pokal auf Magdeburg und in der Königsklasse, in der sie in der Ligaphase nur Zehnter sind, auf den FC Arsenal und Atlético Madrid. 

Siege müssen her

«Jetzt kommen so Wochen, in denen man sich auf jedes Spiel freuen kann und wo man in jedem Spiel sagen kann, wir messen uns mit den Allerbesten», sagte Kompany. Seine «super Profis» wüssten, dass man jetzt «am besten auf dem Platz» rede. Siege am Stück müssen her, damit die Münchner nicht schon früh ins Hintertreffen geraten oder im Falle einer Pokal-Sensation sogar einen Titel verspielen. 

«Jetzt haben wir erst mal Leipzig», sagte Sportvorstand Max Eberl. Im Fußball sei es «das Verrückte», dass man in Englischen Wochen nach Dämpfern nur wenige Tage später die Chance habe, «einiges wieder besser zu machen». Das wollen die Verantwortlichen natürlich auch von Olise sehen, der das Team mit seinem Platzverweis in Stavanger beim Stand von 3:2 entscheidend geschwächt hatte. Ob es eine Geldstrafe für den Franzosen gibt, ließ Eberl offen. «Wir haben es intern besprochen, wir haben es intern abgeschlossen und damit ist die Sache auch geklärt», sagte der 53-Jährige.

Was hat Neuer? Kompany kein «Arzt»

Offen ist auch der Gesundheitszustand von Neuer, der beim 2:2 in Augsburg beim schnellsten Bundesliga-Gegentor gepatzt und in Norwegen gefehlt hatte. «Ich möchte nicht die Rolle eines Arztes übernehmen», sagte Kompany. «Jetzt soll er erstmal wieder ein besseres Gefühl bekommen.» Neuer fehlte, weil er «etwas am Fuß gespürt hat», berichtete sein Trainer in dieser Woche.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Jonas Urbig auch gegen die vom früheren Münchner Innenverteidiger Martin Demichelis trainierten Sachsen im Tor stehen. Im Gegensatz zu den ehemaligen Nationaltorhütern Oliver Kahn und Jens Lehmann, die skeptisch auf Urbigs designierte Rolle als künftige Nummer 1 im Bayern-Tor blicken, ist Kompany vom 23-Jährigen überzeugt.

«Dass Jonas jetzt in dieser Diskussion ist, ist schön für uns, weil wir die Situation selbst so entwickelt haben», erläuterte Kompany, der die Debatte auch deshalb gelassen sieht: «Ich kann nicht jede Talkshow bewerten.»

Leipzig als Aufbaugegner?

Kompany ist zuversichtlich, dass man sein Team bald in der Verfassung der Vorsaison sehe. Wie auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Nach einer WM hätten die Bayern immer Probleme gehabt, sagte er bei RTL/Sky Sport. «Aber sie werden sich fangen. Und gerade diese großen Spiele gegen Arsenal, Dortmund oder Atlético Madrid - da wird man wieder das wahre Gesicht des FC Bayern sehen.»

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