Heinrich Schütz (1585-1672) gibt in mitteldeutschen Landen weiter den Ton an. Unter dem Titel «Spurensuche. Anstoß und Aufbruch» möchte das Musikfestival zu Ehren des Barockkomponisten vom 2. bis 11. Oktober zahlreiche Live-Erlebnisse zwischen Alter und Neuer Musik bieten, teilte der Veranstalter Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (MBM) mit. Konzertorte sind Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz. Rund 40 Veranstaltungen sollen die Musik von Schütz nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen Kosmos zeigen. Auf dem Programm stehen Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Führungen ebenso wie musikalische Gottesdienste und Vespern, hieß es. «Die Ausgangsfrage für die Programmgestaltung war das Schlagwort Rezeption», sagte der Cembalist und Interimsintendant des Festivals Gerd Amelung. «Welche Spuren hat am Ende jemand hinterlassen? Wie geht die Nachwelt mit dem um, was er oder sie zu Lebzeiten fabriziert hat?» Das Musikfest wolle der Frage nachgehen, wie «heutig» Heinrich Schütz sei. Amelung hat vier Schwerpunkte für die 28. Ausgabe des Musikfestes gewählt. «"Spuren" folgt Schütz als Lehrer und Kollege, "Export" begleitet seine Musik in die europäische Nachbarschaft. "Renaissance" spürt der Wiederentdeckung im 19. und 20. Jahrhundert nach und "Experiment" erkundet, wie Schütz heute weitergedacht wird», gab das Fest darüber hinaus bekannt. Die Programme würden auch zwei Uraufführungen enthalten - beim Auftaktkonzert in Dresden und zum Finale in Bad Köstritz. Als Artists in Residence agiert das Berliner Solistenensemble The Present. «Es gibt Konzerte, die bereits gut verkauft sind, bei anderen wünschen wir uns mehr Zuspruch. So sind zum jetzigen Zeitpunkt noch für alle Konzerte beim Heinrich Schütz Musikfest 2026 Tickets verfügbar - entweder im Vorverkauf oder an den jeweiligen Tages- beziehungsweise Abendkassen», sagte Projektleiterin Hanna Viehöfer-Jürgens auf Anfrage. Schütz kam 1585 in Bad Köstritz zur Welt. 1590 übersiedelte die Familie nach Weißenfels. Die beiden Orte in Thüringen und Sachsen-Anhalt sind heute Pilgerstätten für Schütz-Fans aus aller Welt. In Dresden hatte Schütz viele Jahre als Hofkapellmeister gewirkt. Nach Ansicht von Experten hat er in seinen Werken wie kein zweiter eine Verbindung zwischen Wort und Musik geschaffen. Berühmt sind etwa Werke wie sein «Schwanengesang» und die «Psalmen Davids». Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWelche Spuren hinterließ Heinrich Schütz?
Festival hat inhaltlich vier Schwerpunkte - zwei Uraufführungen
Solistenensemble The Present als Artists in Residence
Schütz gilt als erster deutscher Komponist von europäischem Rang