André Witkowski war nicht immer langzeitarbeitslos. «Ich war eigentlich immer auf dem Bau», erzählt der 62-Jährige. Doch dann kam ihm die Gesundheit dazwischen: zweimal Krebs, Epilepsie und Gicht. Seitdem kann er nicht mehr arbeiten, zumindest nicht auf dem normalen Arbeitsmarkt. «Nur zu Hause rumsitzen will ich aber auch nicht», stellt Witkowski klar. Auch wenn es nur zwei Euro pro Stunde gibt, arbeitet er deshalb unter der Woche in einem sogenannten Tafelgarten. «So kann ich mir ein paar Mark dazuverdienen.»
In den Tafelgärten in Leipzig bauen Langzeitarbeitslose vor allem Gemüse an, das dann über die Tafeln an Bedürftige ausgegeben wird. «Allein in Leipzig hat die Tafel etwa 25.000 Kundinnen und Kunden, da gibt es also ordentlich Bedarf», erzählt der Leiter des Projekts, Helgo Schmolke.
Die Gärten gibt es in Leipzig schon seit 2007. Der Kleingartenverein «Kultur» im Leipziger Stadtteil Anger-Crottendorf stellte zum Anfang brachliegende Fläche zur Verfügung. Mittlerweile gibt es darauf Beete, Gewächshäuser, Lauben und Hochbete - eben alles, was man braucht, um Gemüse wie etwa Kohlrabi aber auch Kräuter und Obst anzubauen.