Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Beruf

Chemiebranche will mehr Ausbildungsplätze sichern

Chemiebranche will mehr Ausbildungsplätze sichern
Arbeitgeber und Gewerkschaft haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um trotz der schwierigen Lage mehr Ausbildungsplätze in der ostdeutschen Chemieindustrie zu sichern. (Archivbild) / Foto: Jan Woitas/dpa
Von: DieSachsen News
Weniger Ausbildungsverträge, schwierige Wirtschaftslage, wachsender Fachkräftebedarf: Arbeitgeber und Gewerkschaft reagieren mit einer gemeinsamen Initiative. Was sie erreichen wollen.

Nach einem deutlichen Rückgang neuer Ausbildungsverträge in der ostdeutschen Chemieindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine gemeinsame Ausbildungsinitiative gestartet. Sie soll Unternehmen dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern.

Weniger Ausbildungsplätze besetzt

Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Nordostchemie boten die Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 586 Ausbildungsplätze an – 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Besetzt wurden 531 Ausbildungsplätze, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2024. 

Als Ursachen nennen Arbeitgeberverband und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage der Branche. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, ausbleibende Investitionen und Standortschließungen setzten viele Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig steige der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, weil in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Beschäftigte in den Ruhestand gingen. «Die Ausbildungszahlen in unserer Region sind alarmierend», sagte IGBCE-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak.

Mehr aus dieser Kategorie

Gemeinsame Initiative für mehr Nachwuchs

Die Ausbildungsinitiative soll Unternehmen bei der Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchskräften unterstützen. Geplant sind unter anderem eine Social-Media-Kampagne zur Nachwuchsgewinnung, ein Förderprogramm für Ausbildungsbetriebe sowie Qualifizierungsangebote für Ausbildungsverantwortliche. «Ausbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unserer Branche», erklärte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Nordostchemie.

Begleitend haben Arbeitgeberverband und Gewerkschaft einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Darin rufen sie die Unternehmen auf, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Ausbildung festzuhalten und bestehende Förderangebote zu nutzen. Ausbildung bleibe die wichtigste Voraussetzung, um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern und den Industriestandort Ostdeutschland zu stärken.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Sachsen News
Artikel von

Sachsen News

Sachsen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media