Der Arbeitsmarkt in Sachsen war 2025 zäh wie Kaugummi und vor allem junge Menschen drohen immer häufiger, in der Arbeitslosigkeit hängenzubleiben. Für 2026 sind die Aussichten mau. «Die Arbeitslosigkeit wird steigen», sagt Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. «Wir werden uns mit 7,X bei der Arbeitslosenquote anfreunden müssen.» Das wären mehr als 150.000 Arbeitslose im Freistaat. Ähnlich fällt die Einschätzung des Arbeitsministeriums aus: «Der sächsische Arbeitsmarkt steht zum Jahreswechsel 2025/2026 weiter unter Druck.»
Flaute kostet Tausende Jobs in der Industrie
Die Flaute in wichtigen Branchen wie dem Maschinenbau und der Autoindustrie hat zu spürbarem Jobabbau geführt. So ist die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe binnen Jahresfrist um etwa 9.800 Menschen gesunken. Starke Rückgänge gibt es auch bei Leiharbeit, im Bereich Erziehung und Unterricht, dem Handel und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen und im Baugewerbe.
Von einer Deindustrialisierung will man im Wirtschaftsministerium aber nicht sprechen. Sachsen bleibe ein industriell geprägtes Bundesland mit hohen Zukunftspotenzialen, heißt es auf Anfrage. Doch stehe die Industrie vor großen Umwälzungen und befinde sich in einem stetigen Strukturwandel. Dabei würden wirtschaftliche Aktivitäten zwischen einzelnen Bereichen verlagert.
Ein Beispiel sei die Mikroelektronik. Hier entstünden gerade Tausende neue Arbeitsplätze. «Es herrscht die paradoxe Situation von gleichzeitigem Beschäftigungsabbau einerseits und Fachkräftemangel andererseits», so die Analyse. Langfristig würden auch in Sachsen Arbeitskräfte knapper.