Die Linken mahnen angesichts eines klaren Lohngefälles auf dem sächsischen Arbeitsmarkt bessere Bedingungen für Frauen an. «Von Gleichstellung am Arbeitsmarkt kann in Sachsen keine Rede sein. Frauen arbeiten überdurchschnittlich oft in schlecht bezahlten Berufen, im Einzelhandel, in der Pflege oder in der Floristik», sagte die sächsische Bundestagsabgeordnete Zada Salihović der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich seien sie in den gut bezahlten Positionen massiv unterrepräsentiert.
Geringe Einkommen
Die Antworten der Bundesregierung hätten unter anderem ergeben, dass in den fünf am schlechtesten bezahlten Berufen in Sachsen mit großem Abstand mehr Frauen als Männer arbeiten. Im Lebensmitteleinzelhandel, in der Floristik und in der Körperpflege sind demnach jeweils mehr als 85 Prozent aller Beschäftigten Frauen. Der Durchschnittsverdienst liegt hier bei etwas über 2000 Euro brutto im Monat.
In den am höchsten entlohnten Berufen seien Frauen dagegen deutlich unterrepräsentiert - mit Ausnahme von Ärztinnen und Lehrerinnen, hieß es. Nur 6,3 Prozent der Flugzeugpiloten sind den Angaben zufolge weiblich, bei Abgeordneten 34,1 Prozent und in Geschäftsführungen und Vorständen 25,1 Prozent. In diesen Berufsgruppen werden teils Bruttolöhne von mehr als 7000 Euro im Monat gezahlt.
Laut Statistik sind Frauen außerdem häufig in Berufen mit hoher Teilzeitquote tätig - so 97,4 Prozent in der Floristik, wo nur 38,3 Prozent der Beschäftigten Vollzeit arbeiten. Auch bei Arzt- und Praxishilfen, im Drogerieeinzelhandel, in der Hauswirtschaft und im Bereich Körperpflege mit einem Frauenanteil von jeweils über 90 Prozent werde weitgehend in Teilzeit gearbeitet - mit Auswirkungen für die spätere Rente.