«Keine Sekunde» hat Pavlo Plotko gezögert, als es darum ging, seinen Lebensmittelpunkt nach Görlitz zu verlagern. Der 29-Jährige, geboren im ostukrainischen Charkiw, arbeitet am Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA), das derzeit in Interimsräumen im historischen Postamtsgebäude der Görlitzer Altstadt untergebracht ist. «Ich habe nicht drei Monate Probewohnen gebraucht», sagt er lachend. «So eine Chance, ein großes Forschungsinstitut von Null an mit aufzubauen, bekommt man vielleicht einmal im Leben.»
Rund 115 Menschen aus 16 Nationen arbeiten derzeit für das DZA, bis 2038 sollen es etwa 1.000 sein. Etwa ein Drittel soll wissenschaftlich arbeiten, zwei Drittel in wissenschaftsnahen Bereichen - von IT und Verwaltung bis zu Technik und Handwerk. Viele ziehen dafür in die Neißestadt, um an einem Projekt mitzuwirken, das mitten im Lausitzer Strukturwandel eine Wissenschaftsinstitution von internationalem Rang aufbaut.