Ein Embargo für Lieferungen von Gas und Öl aus Russland nach Deutschland hätte aus Sicht der Chemiebranche vor allem für die Standorte in Ostdeutschland verheerende Folgen. «In dem Szenario würden wir zusätzlich schweren, schweren Schaden nehmen», sagte Christof Günther, energiepolitischer Sprecher des Verbandes der Chemischen Industrie Nordost. Bereits jetzt belasteten hohe Kosten für Energie und Rohstoffe die Branche. «Unsere Wettbewerbsfähigkeit droht verloren zu gehen», sagte Günther. In Ostdeutschland hat die Branche 160 Betriebe mit 65.000 Beschäftigten.
So beziehen die Raffinerien in Leuna und Schwedt direkt per Pipeline Rohöl aus Russland. «Die Politik muss sich dringend diplomatisch um eine Deeskalation des Konflikts bemühen. Es muss gelingen, dass es möglichst schnell zu einer friedlichen Lösung kommt, menschlich und wirtschaftlich gesehen», sagte Günther. Er verwies mit Blick auf die ökonomischen Aspekte darauf, dass es billiger sei, Öl auf diesem Wege an die Standorte zu liefern als über den langen Seeweg, per Straße und Schiene. Derzeit gebe es keine Lieferprobleme. Ebenso äußerte sich eine Sprecherin von PCK Schwedt für die Raffinerie.