Tierschützer der Gruppe «Animal Rebellion» machen gegen Massentierhaltung mobil und fordern zum Umdenken auf. Am Freitagfrüh blockierten Aktivisten eine Zufahrt zur Molkerei Sachsenmilch der Unternehmensgruppe Theo Müller. Das Unternehmen sei mitverantwortlich für millionenfaches Tierleid, sagte eine Sprecherin der Gruppierung. Sachsenmilch beziehe Milch aus der sogenannten ganzjährigen Anbindehaltung. Bei dieser Form der Tierhaltung stehe die Kuh ihr Leben lang angekettet an einem Platz im Stall und könne sich nicht einmal umdrehen.
«Animal Rebellion»: Deutschland muss endlich abstillen
«Müllermilch verarbeitet Milch aus tierquälerischer Anbindehaltung und macht sich mitverantwortlich für massives seelisches und körperliches Leid, das in Deutschland immer noch über einer Million Rindern in Anbindehaltung angetan wird», erklärte Scarlett Treml, Aktivistin bei «Animal Rebellion». Jeder «Joghurt mit der Ecke» - so ein Slogan von Müllermilch - bedeute zwangsläufig «Milch von der Kette». Dieser Umstand müsse Verbrauchern bewusst sein. Die Existenzberechtigung von Kühen dürfe nicht länger auf ihren Nutzen reduziert werden: «Höchste Zeit also, Deutschland endlich abzustillen.»
Nach Ansicht von «Animal Rebellion» steht das Unternehmen «exemplarisch für ein System aus Tierausbeutung und Machtkonzentration». «Dieser Standort muss aus unserer Sicht in öffentliches oder genossenschaftliches Eigentum überführt und die Produktionskapazitäten konsequent auf pflanzliche, nachhaltige Produkte umgestellt werden», hieß es. «Animal Rebellion» ist eine bundesweit organisierte Gruppierung.
Die Sachsenmilch Leppersdorf GmbH in Leppersdorf (Landkreis Bautzen) hat rund 3.000 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als einen der modernsten milchverarbeitenden Betriebe Europas. Aus der angelieferten Milch - nach eigenen Angaben jährlich rund 1,7 Milliarden Kilogramm - werden Produkte wie Milch, Butter, Joghurt oder Käse hergestellt.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten