Weinlese 2026: ein kleiner aber sehr feiner Jahrgang
Die Weinlese auf dem VDP-Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe endet nach dem historisch frühen Start am 20.08.2026 erstmals bereits im September. Auf über 50 seit 2021 biologisch bewirtschafteten Weinbergsparzellen wurden vollaromatische und fast 100% gesunde Trauben gelesen.
Das Jahr 2026 war weinbaulich geprägt durch die extreme Hitze und Trockenheit im Sommer. Die Beeren entwickelten sich durch die heiße und trockene Witterung zügig, aber auch klein, was zu sehr geringen Traubengewichten führte. Weingutsleiter Björn Probst: „Durch unsere gezielte Handarbeit und unseren vermehrten Einsatz diverser Pflanzenextrakte (u.a. Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Baldrianblüte) konnten wir bereits im August die ersten reifen und sehr aromatischen Beeren ernten.“
Die geringen Traubengewichte führten trotz des gesunden Lesegutes zu einer sehr kleinen Ernte von ca. 260.000 kg. Statt einem normal-durchschnittlichen Beerendurchmesser von 8 mm lag dieser Kennwert 2026 bei 5 mm, was nur ein Viertel des Füllvolumens darstellt.
Weinprinzessin Josephine Sander las im Seußlitzer Closterberg mit
Rund 20 Lesehelfer ernteten – zeitweise unterstützt von den sechs Auszubildenden des Betriebs – in Rekordtempo die hochwertigen Sekt- und Lagenweine. Am ältesten Terrassenweinberg Sachsens, dem Seußlitzer Closterberg, wurden am 29. September die letzten Riesling- und Traminer-Trauben geerntet. Die sächsische Weinprinzessin Josephine Sander, die bei Proschwitz Auszubildende im dritten Lehrjahr ist, las am letzten Lesetag die Auslesetrauben mit.
Moritz Prinz zur Lippe, ausgebildeter Winzer, Student an der BOKU Wien und designierter Betriebsnachfolger, unterstützte das Team um Kellermeister Alexey Ryabov in der Traubenverarbeitung. „Diese intensive Aromaausprägung und so makellose Trauben haben mich am meisten überrascht! Es hat großen Spaß gemacht, so ein fantastisches Traubenmaterial mit diesem Team verarbeiten zu können“, so Moritz Prinz zur Lippe.
Pét-Nat- ein anspruchsvolles Azubiprojekt aus rotem Elbling
Eine Besonderheit 2026 ist das Azubi-Pét-Nat-Projekt aus rotem Elbling. Dabei wird Jungwein in der Endphase seiner Gärung in Sektflaschen gefüllt und bildet dort – wie bei der klassischen Flaschengärung – Perlage. Gut 1.000 Flaschen des roten Elblings wurden von den Auszubildenden von Hand in Sektflaschen gefüllt, so dass sie ihre Gärung dort beenden können.
(Text und Foto: Schloss Proschwitz)