Beim Ausbau der Stromnetze hat sich Sachsen im Bundesrat für den verstärkten Bau von sogenannten Freileitungen eingebracht. Dadurch soll die Energiewende schneller und günstiger umgesetzt werden, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Baden-Württemberg hat sich an dem Vorhaben ebenfalls beteiligt. Die beiden Bundesländer fordern die Bundesregierung damit auf, künftig nicht mehr vorrangig unterirdische Erdkabel zu verlegen.
Für die Energiewende müssen bundesweit Tausende Kilometer neue Stromleitungen verlegt werden. Die «Stromautobahnen» sollen vor allem Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren. Ein erheblicher Anteil davon sollen Erdkabel sein - die aber sind wesentlich teurer als Freileitungen. Die Kosten über die Netzentgelte werden auf alle Stromkunden umgelegt. Sachsen und Baden-Württemberg sprechen sich nun unter Verweis auf die Kosten dafür aus, wieder auf oberirdische Hochspannungsleitungen zu setzen.
Die frühere Große Koalition aus Union und SPD hatte 2015 für große Stromautobahnen den Vorrang der Erdverkabelung eingeführt. Die unterirdischen Leitungen führen aber zu milliardenschweren Zusatzkosten für Verbraucher und Unternehmen.
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