Im Zeitalter der digitalen Transformation, in dem Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend in unser tägliches Leben integriert wird, stellt sich vermehrt die Frage nach der ethischen Verantwortung. Der Freistaat Sachsen plant, mit einem öffentlichen KI Ethikbeirat eine Vorreiterrolle in der ethischen Regulierung dieser Technologien einzunehmen. Dieser soll in der nächsten Legislatur eingerichtet werden. Staatssekretärin Dr. Gesine Märtens und Mirko Paul von SAP haben auf dem 3. KI Kongress in Chemnitz betont, wie wichtig Vertrauen und Datenschutz im Umgang mit KI sind. Der geplante Ethikbeirat soll als öffentliches Gremium fungieren und das Vertrauen in KI-Technologien stärken.
Zielsetzung des Ethikbeirats in der sächsischen Verwaltung
Ein spezieller Fokus des Ethikbeirats wird darauf liegen, KI-Technologien bestmöglich und transparent in die sächsische Verwaltung zu integrieren. Dies soll dazu beitragen, den Bürgerinnen und Bürgern das Leben zu erleichtern, indem Verwaltungsprozesse effizienter, zugänglicher und kundenfreundlicher gestaltet werden. Durch die Einbindung von KI in öffentliche Dienstleistungen kann die Qualität der Bürgerinteraktion verbessert und das Verwaltungshandeln optimiert werden, ohne dass dabei die menschliche Komponente und der persönliche Datenschutz vernachlässigt werden.
Grenzen der KI: Das Beispiel der Schulklasse
Ein prägnantes Beispiel, das die Notwendigkeit einer ethischen Überwachung unterstreicht, lieferte Dr. Märtens mit der Erzählung einer Schulklasse aus Leipzig, die aufgrund der Geschehnisse um den 7. Oktober 2023 ungeplant von Israel nach Zypern fliegen musste. Als die Kreditkarte der Lehrerin das Limit erreichte, hätte die automatisierte Limiterhöhung 24 Stunden gedauert – eine Wartezeit, die in diesem Notfall kritisch gewesen wäre. Dieses Beispiel zeigt, dass KI-Systeme zwar effizient sind, aber in bestimmten Situationen nicht flexibel genug reagieren können, um menschliches Urteilsvermögen zu ersetzen. Der Ethikbeirat soll solche Fälle berücksichtigen und Richtlinien entwickeln, die es ermöglichen, im Zweifelsfall menschliches Eingreifen zu priorisieren.