Grünen-Fraktionschef Wolfram Günther hat für einen politischen Wandel in Sachsen geworben. «Es gibt einen klaren Wählerauftrag: Es soll einen Aufbruch in Sachsen geben», sagte der 46 Jahre alte Politiker im Interview der «Leipziger Volkszeitung» (Freitag). Die politische Landschaft habe sich seit 2014 verändert, die Menschen wollten eine Veränderung. «Und dabei will die übergroße Mehrheit keine AfD. Das sieht man auch an den vielen Leihstimmen, die von uns Grünen zur CDU gegangen sind, um den Angriff von Rechts abzuwehren.»
Auch Katja Meier, die mit Günther das grüne Spitzenkandidaten-Duo zur Landtagswahl gebildet hatte, sprach in einem Interview der «Sächsischen Zeitung» (Freitag) von «Leihstimmen». Mit Blick auf eine mögliche Kenia-Koalition gab sie sich selbstbewusst: «Dass es nicht weitergehen kann wie in den letzten fünf Jahren und wir nicht nur zur CDU/SPD-Koalition dazugekommen, muss den anderen klar sein.»
Beide äußerten sich auch zu Forderungen ihrer Partei in möglichen Koalitionsverhandlungen: «Mit uns wird es keine neuen Tagebaue geben. Und mit uns wird auch kein weiteres Dorf abgebaggert», sagte Günther. Den Kompromiss zum Kohleausstieg wollen Sachsens Grüne nicht in Frage stellen. Günther zufolge deutet sich schon heute an, dass Braunkohlestrom nicht mehr rentabel sei. Deshalb wisse auch niemand, wann die Kohlekraftwerke tatsächlich vom Netz gingen.