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Drogenfälle mit serbischen Tatverdächtigen im Landkreis Meißen

Drogenfälle mit serbischen Tatverdächtigen im Landkreis Meißen
Gefährlich bunte Drogen. Foto: Bundeskriminalamt
Der Meißner AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Kirste hat per Kleiner Anfrage nach Drogendelikten mit serbischen Tatverdächtigen gefragt. Anlass für die Anfrage war eine Razzia in Hirschstein im Juli.

Ein Bericht von Ulf Mallek

Drogen im Landkreis Meißen sind ein offensichtliches Problem. Thomas Kirste, AfD-Landtagsabgeordneter aus Meißen, hat die Antwort der Staatsregierung auf seine Kleine Anfrage „Serbische Cannabiszüchter und Organisierte Kriminalität im Landkreis Meißen“ (Drucksache 8/7809) öffentlich gemacht. Darin teilt das Innenministerium mit Datum vom 7. September 2026 mit, dass in der Polizeilichen Kriminalstatistik für die vergangenen zehn Jahre und das erste Halbjahr 2026 im Kreis Meißen „insgesamt 25 Fälle von Delikten des Handels und Anbaus von Betäubungsmitteln festgestellt“ wurden, „bei denen jeweils mindestens ein Tatverdächtiger mit serbischer Staatsangehörigkeit beteiligt war“.

Was die Zahlen zeigen

Laut der Tabelle im Anhang der Antwort verteilen sich die 25 Fälle so: 2016 drei Fälle, 2017 und 2018 keiner, 2019 einer, 2020 vier, 2021 fünf, 2022 bis 2024 je einer, 2025 sechs und im ersten Halbjahr 2026 drei. Die meisten Fälle betreffen Methamphetamin. Neun Fälle betreffen Handel mit Methamphetamin in nicht geringer Menge, sechs Fälle Handel mit Crystal. Hinzu kommen ein Fall Handel mit Kokain einschließlich Crack in nicht geringer Menge (2020) und mehrere Cannabis- bzw. Anbaudelikte. Fünf Fälle sind als Taten „als Mitglied einer Bande“ erfasst: vier aus den Jahren 2020 und 2021 sowie ein Cannabisfall aus dem Jahr 2025. In einem Fall aus dem Jahr 2025 geht es um Cannabis in nicht geringer Menge „unter Mitführen einer Schusswaffe oder eines sonstigen zur Verletzung einer Person geeigneten und bestimmten Gegenstandes“.

Die Angaben beziehen sich auf polizeilich erfasste Fälle und Tatverdächtige. Ob und wie die Verfahren gerichtlich ausgegangen sind, geht aus der Antwort nicht hervor. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Zum Vergleich: Für den gesamten Landkreis Meißen weist die PKS für 2025 insgesamt 277 Rauschgiftdelikte aus, nach Angaben der Polizei der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. 2021 waren es noch 558. Seit dem 1. April 2024 gilt das Cannabisgesetz. Besitz und Eigenanbau in erlaubten Mengen sind seitdem keine Straftat mehr, und gerade diese einfachen Konsumdelikte haben früher einen großen Teil der Rauschgiftdelikte in der Kriminalstatistik ausgemacht. 2025 ist das erste volle Jahr mit der neuen Regel.

Nach Strukturen der Organisierten Kriminalität gefragt, teilt die Staatsregierung mit, die sächsische Polizei habe im Jahr 2025 einen der OK zuzurechnenden Verfahrenskomplex geführt, in dem auch gegen einen serbischen Staatsangehörigen ermittelt wurde. Die Ermittlungen richteten sich „gegen eine von albanischen OK-tatverdächtigen Zuwanderern dominierte Gruppierung im Deliktsbereich des Rauschgifthandels/-schmuggels“. Diese habe „auch im Großraum Dresden“ gehandelt. Weiter heißt es, laut Monitoring des Landeskriminalamts seien in Sachsen von 2016 bis 2025 keine Produktionsstätten zur illegalen Herstellung von Betäubungsmitteln festgestellt worden, zu denen Tatverdächtige mit serbischer Staatsangehörigkeit ermittelt wurden.

Razzien in Hirschstein und Niederau

Anlass für die Anfrage war die Durchsuchung eines ehemaligen Autohauses in Hirschstein am Mittwoch, 22. Juli 2026. Laut Staatsanwaltschaft Dresden stellten Ermittler etwa 55 Kilogramm Cannabisblüten, mehr als 2.500 Cannabis-Jungpflanzen, Feinwaagen, ein Vakuumiergerät und Verpackungsmaterial sicher. Zwei serbische Staatsangehörige wurden vor Ort vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft nannte ein Alter von 43 und 46 Jahren, die Antwort des Innenministeriums nennt 46 und 48 Jahre. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handeltreibens mit Cannabis. Eine Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Dresden erließ Haftbefehle. Laut Antwort der Staatsregierung sitzen beide weiterhin in Untersuchungshaft. Zu weiteren Details äußert sich die Staatsregierung mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Bereits im August 2025 hatte die Polizei auf einem Dreiseitenhof in Niederau eine illegale Cannabisplantage mit insgesamt rund 1.450 Pflanzen ausgehoben (etwa 600 in einer Lagerhalle, weitere rund 850 auf sechs Plantagen). Auf eine frühere Anfrage Kirstes (Drucksache 8/3761) teilte die Staatsregierung im September 2025 mit, das Verfahren werde gegen einen 32-jährigen serbischen Staatsangehörigen geführt. Die Ermittlungen richteten sich zudem gegen bislang unbekannte Tatbeteiligte. Inzwischen ist der Beschuldigte laut der aktuellen Antwort „unbekannten Aufenthalts“. Die Ermittlungen dauern an.

Kirstes Bewertung

Kirste sieht in den Fällen nach eigenen Worten ein Muster. „Der Rauschgifthandel durch serbische Staatsbürger im Landkreis Meißen deckt nach bisherigen Erkenntnissen die komplette Produktpalette an Suchtmitteln ab“, erklärt er. Meißen und Sachsen seien aus seiner Sicht „Brennpunkte organisierter Drogenkriminalität durch ‚Zuwanderer‘“. Dafür macht er die CDU-geführte Staatsregierung verantwortlich. Kirste fordert, „hart gegen alle Beteiligten durchgegriffen“ und „aus Deutschland ausgewiesen“ werde, „wer als Ausländer im Drogenhandel tätig ist“.

Thomas Kirste bittet um Hinweise zum Thema, auch vertraulich, per E-Mail an thomas.kirste@slt.sachsen.de. Hinweise auf Straftaten nimmt auch die Polizei entgegen.