Der Gestalter Karl Clauss Dietel hat vielen Alltagsdingen in der DDR ihre besondere Form gegeben, aber auch im öffentlichen Raum Spuren hinterlassen. Drei Jahre nach seinem Tod können sich Interessierte fortan in Chemnitz mit Hilfe eines etwa 80-seitigen Stadtführers auf Spurensuche des großen Formgestalters begeben. Er war 2014 für sein Lebenswerk mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.
Design, das den Alltag prägt – Dietels Handschrift in Chemnitz
Anhand von zwei knapp einstündigen Routen lädt das Heft ein, Dietels Arbeiten in der Stadt zu erkunden - von der Innenraumgestaltung im Kino Metropol und dem jüdischen Restaurant «Schalom», über das Wasserspiel im Stadtbad sowie Erinnerungstafeln für den Dichter Stefan Heym und die Bauhauskünstlerin Marianne Brandt bis hin zu den Messetürmen und dem Kugelensemble im früheren Neubaugebiet «Fritz Heckert».
Dietel sei Visionär gewesen und habe mit seiner Gestaltungsweise die Lebenswelt vieler Menschen nachhaltig geprägt, erklärt Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) im Vorwort: «Und zwar auf eine Art, die sich still, aber kraftvoll in den Alltag vieler geschrieben hat.» Seine Entwürfe seien sorgfältig durchdachte Antworten auf die Frage, wie Gestaltung das Leben ästhetisch verfeinern und praktisch bereichern könne.