Pantomime kann mehr als nur unsichtbare Wände
Weiße Schminke, gestreifte Shirts und der aussichtslose Versuch, eine unsichtbare Wand zu durchbrechen: So stellen sich viele Menschen Pantomime vor. Dass die Kunst des wortlosen Erzählens deutlich mehr kann, will das 41. Internationale Pantomime Theater Festival Dresden vom 11. bis 15. November zeigen. Im Theaterhaus Rudi präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus sieben Ländern ein Programm zwischen Pantomime, Clownerie, Puppenspiel, Tanz- und Objekttheater. Die Klammer des Festivals sei bewusst weit gefasst, sagt Michael Meinel vom veranstaltenden Mimenstudio Dresden e.V. Im Mittelpunkt stehe das Erzählen ohne gesprochene Sprache. «Pantomime wird weltweit verstanden», sagt Meinel. Denn während Worte zunächst im Kopf verarbeitet werden müssten, würden Bewegungen, Mimik und Gestik unmittelbar wirken. Das Festival beschränke sich deshalb nicht auf die klassische Pantomime, wie sie etwa der französische Künstler Marcel Marceau berühmt gemacht habe. Entscheidend sei vielmehr das wortlose Erzählen in seinen vielfältigen Ausdrucksformen. «Es geht um Storytelling, es geht um direkte Geschichten und eben auch darum, dass das gesprochene Wort im Theater immer erst durch den Kopf gefiltert werden muss, bis es im Herzen ankommt. Und Bewegung ist eine Art, da hat der Kopf keine Chance. Das geht direkt sozusagen ins Emotionale», erklärt Meinel. Eröffnet wird das Festival am 11. November mit einer Gala des Mimenstudio Dresden e.V.. Unter dem Titel «Es ist angerichtet» widmen sich die Gastgeber der Welt der Gastronomie. Wer nicht nur zusehen, sondern selbst einmal ausprobieren möchte, wie Geschichten ohne Worte entstehen, bekommt ebenfalls Gelegenheit dazu. Bereits am 7. und 8. November lädt ein Workshop unter dem Titel «Jenseits der Wörter – Dynamik und Qualitäten der Bewegung» dazu ein, die Möglichkeiten des körperlichen Ausdrucks zu erkunden. Das Angebot richtet sich an Laien ebenso wie an professionelle Künstler. Geleitet wird der Workshop von der «Compagnie À Fleur de Peau». Das in Paris ansässige Duo aus der Brasilianerin Denise Namura und dem Deutschen Michael Bugdahn entwickelt gemeinsam mit den Teilnehmern eigene szenische Strukturen. Die Ergebnisse sollen anschließend bei der Festivaleröffnung auf die Bühne kommen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKunst, die ins Herz geht
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