Im Prozess gegen Akteure des rechtsextremen Verlages «Der Schelm» hat die Bundesanwaltschaft am Donnerstag im Oberlandesgericht Dresden Haft- und Bewährungsstrafen beantragt.
Ein früherer NPD-Politiker soll wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und wegen Volksverhetzung für zwei Jahre und acht Monate in Haft. Der 41-Jährige mit einem umfangreichen Vorstrafenregister war während seiner Bewährungszeit erneut straffällig geworden.
Für eine 38 Jahre alte Frau wurde wegen derselben Anklagepunkte eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung gefordert. Beide sollen für den Vertrieb volksverhetzender und antisemitischer Bücher verantwortlich gewesen sein. Ein 38 Jahre alter Mann, der als Grafiker im Verlag arbeitete, soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten erhalten. Ihm wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie Volksverhetzung vorgeworfen.
Laut Anklage machten die drei zwischen 2018 und 2020 mit dem Vertrieb von Büchern einen Umsatz von mehr als 800.000 Euro. Bei einer Durchsuchung im Dezember 2020 hatten die Behörden zudem weitere entsprechende Druckerzeugnisse mit einem Verkaufswert von über 900.000 Euro gefunden und sichergestellt.