Mit Organspenden befasste Mediziner in Mitteldeutschland beurteilen das zur Gewinnung von mehr Spendern geplante zentrale Online-Register zurückhaltend. Es sei grundsätzlich ein begrüßenswerter Ansatz, sagte Felix Pfeifer, geschäftsführender Arzt der Deutschen Stiftung Organspende in der Region Ost, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings bleibe abzuwarten, ob dadurch die Spenderzahlen in absehbarer Zeit nennenswert zunähmen. Die DSO-Region umfasst Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Transplantationsmediziner Utz Settmacher vom Universitätsklinikum Jena äußerte Zweifel am Erfolg des Registers.
«Wenn man sich die Erfahrungen aus anderen Ländern ansieht, werden die Ergebnisse bescheiden sein», sagte Settmacher, der Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DGT) ist. Das zentrale Register ist ein Kernelement einer Organspendereform, die der Bundestag 2020 beschlossen hatte. Darin sollen Spendenwillige ihre Bereitschaft speichern können - online von zu Hause aus oder in den Kommunalverwaltungen. Starten soll das Register nach bisherigem Stand im ersten Quartal 2024.