Nach der «Querdenken»-Demo hat der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung harsche Kritik an Bund, Land und dem sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen geäußert. «Ich bin stinksauer, wie man die kommunale Ebene wieder einmal alleine gelassen hat», sagte der SPD-Politiker am Sonntag.
In einer Pandemie müssten wegen des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit des Einzelnen auch Beschränkungen der Versammlungsfreiheit möglich sein, sagte Jung. Das müsse auf Bundesebene sauber geklärt werden. Die Landesregierung kritisierte er für eine «halbgewalkte Coronaschutzverordnung», die zwar touristische Übernachtungen in Hotels und Busreisen verbiete - beides aber nicht für Versammlungsteilnehmer. Zudem sei er «empört» über die Entscheidung des OVG Bautzen, eine Kundgebung mitten in der Stadt zu erlauben.
Das Ordnungsamt und die Leipziger Polizei seien am Samstag letztlich überfordert gewesen. Wegen des massenhaften Verstoßes gegen die Maskenpflicht hätte die «Querdenken»-Kundgebung gar nicht starten dürfen, sagte Jung. Die Stadt hatte sie nach zweieinhalb Stunden aufgelöst. Das hätte man eher machen müssen, sagte der Stadtchef.