Kretschmer rutscht: Sachsens Ministerpräsident weiht Skywalk in Lichtenau ein
Lichtenau. Der Sonnenlandpark Lichtenau hat am vergangenen Freitag seinen neuen Skywalk eröffnet. Und weil ein 72 Meter langer Stahlsteg in 35 Metern Höhe allein noch keine Schlagzeile macht, kam Ministerpräsident Michael Kretschmer persönlich vorbei - spazierte über die Konstruktion und rutschte anschließend die Röhrenrutsche hinunter. Landrat Sven Krüger und Bürgermeister Andreas Graf schauten zu.

Der Steg verbindet die im vergangenen Herbst eröffnete Erlebnispyramide mit dem bestehenden Riesenrutschturm. Wer oben ankommt, blickt aus bis zu 35 Metern über das Erzgebirgsvorland - und bei klarem Wetter bis nach Chemnitz. Die Neigung des Stegs beträgt knapp zwölf Prozent, weil Pyramide und Rutschturm nicht auf gleicher Höhe stehen. Gebaut hat die Konstruktion die WINDHORST Stahl- & Metallbau GmbH; allein der Skywalk schlug mit rund 800.000 Euro zu Buche. Zusammen mit der Pyramide, die im Herbst 2025 eröffnet wurde, kosteten beide Bauphasen den Betreiber nach eigenen Angaben rund drei Millionen Euro - für einen Familienpark in Mittelsachsen kein kleiner Betrag.
Mehr als sechs Millionen Euro Förderung: Was steckt dahinter?
Kretschmer erklärte, warum das dennoch eine sächsische Angelegenheit sei: Der Freistaat habe den Park bislang mit mehr als sechs Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen unterstützt. Damit floss mehr Steuergeld in den Sonnenlandpark, als die jüngsten Erweiterungen insgesamt gekostet haben.
Dass ein privater Freizeitpark solche Summen aus der Landeskasse erhält, ist erklärungsbedürftig - aber nicht ohne Logik. Lichtenau liegt in einer strukturell schwachen Region, der Park ist einer der größten Arbeitgeber vor Ort und zieht Ausflugsgäste aus der gesamten Region an. Für die Kommunalpolitik ist das Argument eingängig: Tourismus als Wirtschaftsmotor dort, wo andere Branchen fehlen.
20 Jahre Sonnenlandpark: Vom Freizeitpark zur Landmarke an der A4
Für den Park selbst ist das Jubiläumsjahr jedenfalls gut bestückt. Seit seiner Gründung 2006 als kleiner Freizeitpark hat sich das Familienunternehmen zu einer Anlage mit 35 Hektar Fläche, Wildpark, Indoorspielwelt und eigenem Hotel entwickelt. Die Silhouette aus Rutschturm und Pyramide ist inzwischen von der A4 aus nicht zu übersehen - ein Werbeträger, der keine Plakatwand braucht.

Am Samstag, 30. Mai, steigt ab 16 Uhr eine Kindertagsparty mit dem Performer NILSEN - Konzert inklusive Eintritt. An jedem 20. des Monats gibt es bis zu 20 Prozent Rabatt auf Tickets. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, noch bis zum 1. November.
Infos: Sonnenlandpark Lichtenau, Zum Sonnenlandpark 1, 09244 Lichtenau, Tel. 037208 / 883978, www.sonnenlandpark.de