Mega-Zugriff in Polen: 180 Polizisten schnappen Dresdner Luxusauto-Diebe
Dresden. Ermittler aus Sachsen haben einer europaweit agierenden Autoschieber-Bande einen schweren Schlag versetzt. Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln gegen zwölf Polen im Alter von 19 bis 54 Jahren, unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls in über 70 Fällen. Am Montag nahmen die Behörden in Polen neun Beschuldigte fest.
Die Gruppe soll zwischen Anfang 2017 und Ende 2025 hochwertige Autos aus dem gesamten Bundesgebiet gestohlen, nach Polen gebracht und dort gewinnbringend verwertet haben. Der Schaden liegt nach Einschätzung der Ermittler bei über drei Millionen Euro. Zu den Tatorten zählen mehr als 50 Städte und Gemeinden, darunter Dresden, Radeberg, Radebeul, Klipphausen, Görlitz und Zittau.
Festnahmen und Durchsuchungen in Polen
Grundlage der Zugriffe waren Europäische Haftbefehle, die die Staatsanwaltschaft Dresden beantragt hatte. Die neun Festgenommenen sitzen nun in Polen in Auslieferungshaft, ihre Überstellung nach Deutschland ist beantragt. Parallel durchsuchten die Ermittler am Montag mehrere Orte in Polen, unter anderem in Wroclaw, Lubin und Zgorzelec. Dabei stellten sie Fahrzeugteile von etwa 30 gestohlenen Autos sicher.
Im Einsatz waren 120 polnische und 60 sächsische Polizeibeamte. Finanziert wurde die Aktion mit Mitteln eines EU-Fonds zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Die Ermittlungen dauern an.