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Evakuierung in Dresden: Rund um die Carolabrücke müssen 18.000 Menschen raus

Evakuierung in Dresden: Rund um die Carolabrücke müssen 18.000 Menschen raus
Experten suchen nach verdächtigen Kampfmitteln an der ehemaligen Carolabrücke. / Foto: Robert Michael/dpa
Von: DieSachsen News

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe an der ehemaligen Carolabrücke wird ein Großteil der Dresdner Innenstadt am Mittwochmorgen evakuiert. Die Untersuchung zweier verdächtiger Gegenstände am Neustädter Elbufer ergab nach Angaben der Feuerwehr, dass es sich in einem Fall um Kampfmittel handelt. Die zweite Fundstelle stellte sich als ungefährliches Schrottteil heraus. 

Die Entschärfung der 250 Kilogramm schweren britischen Fliegerbombe muss nicht unmittelbar erfolgen, wie die Polizei mitteilte. Die Auffindesituation erlaube ein planmäßiges Vorgehen ab dem Morgen. Bis zur Entschärfung sichert die Polizei die Fundstelle ab.

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Rund 18.000 Menschen betroffen

Es ist laut Feuerwehr die bisher größte Evakuierung in Dresden. Das hatte Feuerwehrsprecher Michael Klahre bereits bei einem Vorort-Termin am vergangenen Donnerstag gesagt. Rund 18.000 Anwohner sowie Pendler und Touristen müssen bis 9.00 Uhr den Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle verlassen. «Wir sind froh darüber, dass wir diese Evakuierung morgen geordnet und mit einem für die Menschen relativ überschaubaren Aufwand über die Bühne ziehen können», sagte Klahre. «Wir haben uns alle nicht gewünscht, heute Abend hier am großen Strick ziehen zu müssen.»

Seitens der Feuerwehr beginne jetzt die Vorbereitung, etwa mit der Einrichtung der Notunterkunft. Er hoffe, dass sich auch die Betroffenen gut vorbereitet hätten und den Bereich rechtzeitig verlassen. Wer während der Maßnahmen nicht anderweitig unterkommen kann, findet ab 7 Uhr eine Notunterkunft in der Messe Dresden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) richten von 7 bis 9 Uhr zusätzliche Bus- und erstmals auch Straßenbahnverbindungen zur Messe ein, jeweils im 20-Minuten-Takt.

Die Busroute führt über Sachsenplatz, Striesener Straße/Gerichtsstraße und Pirnaischer Platz/Wilsdruffer Straße. Die Straßenbahn hält an Albertplatz, Carolaplatz, Augustusbrücke/Blockhaus und Theaterplatz. Über Umleitungen im regulären Linienverkehr informiert die DVB unter www.dvbag.de..

Große Teile der Innenstadt liegen im Sperrkreis

Der Sperrkreis umfasst große Teile des Dresdner Stadtzentrums: die Altstadt mit Residenzschloss, Semperoper und Frauenkirche sowie die Innere Neustadt südlich des Albertplatzes. Auch der Landtag, mehrere Ministerien, Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen liegen in dem Gebiet. Die Dresdner Polizeidirektion kommt vorübergehend beim Landeskriminalamt unter.

Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe stellt die Evakuierung vor Herausforderungen, da sechs Straßenbahnlinien die Marienbrücke passieren müssen. Für den Autoverkehr ist dort ebenfalls die einzige Möglichkeit, die Elbe im Innenstadtbereich zu überqueren. 

So bleiben Betroffene informiert

Aktuelle Informationen gibt es unter www.dresden.de/bombe sowie über die Social-Media-Kanäle der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei Sachsen. Warnmeldungen werden auch über die App NINA und das Modulare Warnsystem des Bundes verschickt.

Das Bürgertelefon unter 0351-4887666 ist heute bis 24 Uhr erreichbar, am Mittwoch von 7 bis 18 Uhr. Mobilitätseingeschränkte oder pflegebedürftige Personen, die den Evakuierungsbereich nicht selbstständig verlassen können, werden gebeten, sich ebenfalls dort zu melden.

Funde bei Kampfmittelsondierung für Neubau der Carolabrücke

Die mutmaßlichen Blindgänger waren im Februar gefunden worden. Ab Oktober hatten Experten eine Kampfmittelsondierung in dem Bereich durchgeführt, auf dem die eingestürzte Carolabrücke neu gebaut werden soll.

Auf der Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende vergangenen Jahres ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. Auf der Neustädter Seite wurden seit Mitte Februar 31 sogenannte «Störstellen» überprüft, von denen sich 29 als ungefährlich herausstellten. Am Nachmittag wurden die beiden verbleibenden Verdachtsfälle untersucht.

Bei den Abrissarbeiten an der Carolabrücke gab es im vergangenen Jahr bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Betroffene für eine Entschärfung evakuiert worden.

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