Was die Bahn sechs Wochen lang im Dresdner Hauptbahnhof zeigt
Dresden. Wer dieser Tage durch den Dresdner Hauptbahnhof eilt, trifft zwischen Gleisen und Anzeigetafeln auf ein ungewöhnliches Ausstellungsstück: ein Originalelement einer Lärmschutzwand, mitten in der Halle, zum Anfassen. Es ist das Herzstück einer Wanderausstellung, mit der die Deutsche Bahn unter dem Motto „Wir machen Deutschland leiser" erklärt, wie sie Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Strecken vor dem Lärm der Züge schützt.
Noch bis zum 12. August können Besucher hier nachvollziehen, wie aus Schienenlärm eine ruhigere Nachbarschaft wird - und welche Fördermöglichkeiten Betroffene haben.
Lärmschutz im Raum Dresden: 95 Millionen Euro für 23 Kilometer Wände
Der Standort ist mit Bedacht gewählt, denn rund um Dresden und im Elbtal laufen derzeit einige der größten Lärmschutzvorhaben Sachsens. Rund 23 Kilometer Lärmschutzwände und etwa 27 Kilometer sogenannte Schienenstegdämpfer entstehen hier nach Angaben der DB, rund 15 Kilometer Wände stehen bereits. Das Investitionsvolumen beziffert die Bahn auf etwa 95 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stünden die Projekte im Elbtal und im Raum Dresden, so Regionalleiterin Fatima Heller.
Konkret heißt das: Im Elbtal zwischen Dresden und der tschechischen Grenze entstehen bis 2029 rund acht Kilometer Wände und gut 27 Kilometer Schienenstegdämpfer, unter anderem in Bad Schandau, Königstein, Rathen, Wehlen, Pirna und Heidenau. In Coswig sollen bis Jahresende rund 3,5 Kilometer Wände fertig sein, in Weinböhla ebenfalls bis Ende 2026 rund 4,6 Kilometer. Für den Dresdner Abschnitt Pieschen-Neustadt sind rund 7,2 Kilometer geplant. Wo Wände allein nicht genügen, können Hauseigentümer zusätzlich passiven Schutz erhalten - etwa Schallschutzfenster; in Coswig und Weinböhla werden Betroffene dazu im nächsten Jahr automatisch angeschrieben.
Ein Programm seit 1999 - und 2,4 Milliarden Euro
Die Ausstellung ordnet das Dresdner Geschehen in ein bundesweites Programm ein, das seit 1999 läuft. Rund 2,4 Milliarden Euro hat der Bund seither in die freiwillige Lärmsanierung gesteckt, mehr als 2.300 Kilometer Strecke wurden leiser gemacht und etwa 73.000 Wohnungen mit passivem Schallschutz ausgestattet. Die Schiene sei ein wichtiger Baustein klimafreundlicher Mobilität, betont DB-Technikportfolio-Leiterin Ulrike Ludewig - zugleich trage die Bahn Verantwortung für die Menschen, die an den Gleisen leben.
Die Ausstellung im Hauptbahnhof ist frei zugänglich und läuft noch bis zum 12. August.