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Belastungstest bestanden: Dresdens Zitter-Brücke vorerst gerettet

Blick entlang der Brücke Budapester Straße in Dresden bei Sonnenschein. Unter dem Betonbauwerk stehen gestapelte Notstützen und rot-weiße Absperrgitter. Die Fahrbahn oben ist weitgehend frei.
Erleichterung in Dresden: Nach bestandenem Belastungstest wird die Brücke Budapester Straße ab Montag, 24. August, wieder für Busse und Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen freigegeben. Unter dem Bauwerk sichern Notstützen den Verkehr. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Die Sorgen vor dem Kollaps waren groß, doch die Tragfähigkeitsreserven reichten aus: Die städtische Überwachungsstrategie an der Budapester Straße geht auf. Wie Dresden wertvolle Zeit für den Neubau gewinnt und welche Gewichtsgrenzen ab sofort gelten.

Dresden. Erst der Schreck über neue Risse im Spannstahl, dann monatelange Einschränkung und am Mittwochabend die vorläufige Entwarnung: Die Brücke Budapester Straße hält. Ab Montag, 24. August, 4 Uhr, gibt die Stadt eine ihrer wichtigsten Verbindungen in die Innenstadt wieder für den Busverkehr und Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen frei. Grundlage ist ein Belastungstest vom 10. und 11. August, bei dem die Brücke ihre Tragfähigkeit nachwies. Kritische Schäden oder unzulässige Verformungen traten dabei nicht auf.

Für Baubürgermeister Stephan Kühn fällt damit eine Last ab. „Die Ergebnisse der Untersuchungen sind eine große Erleichterung. Wir können die Brücke weiter nutzen", sagt er. „Es hat sich bestätigt: Die engmaschige Überwachung und intensiven Untersuchungen waren genau die richtige Entscheidung."

Warum die Brücke gesperrt war

Die Stadt hatte den Verkehr im Mai vorsorglich eingeschränkt, nachdem ein installiertes Schallemissionsmonitoring neue Schäden am Spannstahl angezeigt hatte. An besonders betroffenen Teilen des Bauwerks wurden daraufhin zusätzliche Schwerlaststützen eingebaut. Diese Notunterstützungen funktionieren laut Stadt wie vorgesehen und stabilisieren die Brücke zuverlässig. Beim Belastungstest im August hielt das Bauwerk dann auch unter Last stand.

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Kühn wertet das als Bestätigung der gewählten Strategie: „Wir konnten die vorgeschädigte Brücke rechtzeitig sichern und können sie nun die nächsten Jahre weiter nutzen. So gewinnen wir genügend Zeit, die Ziele für einen notwendigen Neubau abzustimmen." Dass die Brücke langfristig ersetzt werden muss, steht damit nicht infrage, nur der Zeitpunkt verschiebt sich.

Was ab Montag gilt

Die Freigabe erfolgt bewusst schrittweise und unter klar definierten Bedingungen. Gefahren wird auf einer Fahrspur je Richtung, erlaubt sind Pkw und Lieferverkehr bis 7,5 Tonnen. Die Buslinie 62 kann wieder ohne Umleitung über die Brücke geführt werden. Schwerlastverkehr bleibt weiter ausgeschlossen. Damit ist eine viel befahrene Achse in die Innenstadt wieder durchgängig und der Umweg für die Linie 62 der DVB entfällt.

Wie es weitergeht

Trotz der Schäden am Spannstahl stecken nach Angaben der Stadt noch ausreichende Tragfähigkeitsreserven im Bauwerk. Zugleich geht die Verwaltung davon aus, dass der Schadensprozess an den Spanndrähten weiter fortschreiten wird. Deshalb stehen nun die vertiefte Auswertung der Versuchsergebnisse und eine Prognose des weiteren Schadensverlaufs im Mittelpunkt. Geprüft wird dabei auch, in welchem Umfang sich die zulässigen Verkehrslasten anpassen lassen. Eine abschließende Gesamtbewertung erwartet die Stadt im November 2026. Auf dieser Grundlage soll über die mittel- bis langfristige Nutzung der Brücke und eine möglicherweise weitergehende Freigabe entschieden werden.

Wie lange die Brücke am Ende hält, ist damit noch offen. TU-Professor Steffen Marx, der das Bauwerk seit einem Jahr überwacht, hofft auf eine gezielte Instandsetzung statt eines Abrisses. Gelinge das, könne die Brücke womöglich 20 bis 30 Jahre weiter genutzt werden statt nur der bislang genannten rund zehn. Vorausgesetzt, die Messdaten und die Kosten der möglichen Lösungen sprechen dafür.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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