Belastungstest an der Budapester Brücke in Dresden erfolgreich
Dresden. Die Brücke Budapester Straße hat ihren Härtetest bestanden. Am Mittwoch teilte die Stadt Dresden mit, dass der Belastungsversuch erfolgreich abgeschlossen ist - und die Fachleute mit den Messungen sehr zufrieden sind. Entscheidend: Während der nächtlichen Überfahrten mit bis zu 326 Tonnen entstanden keine neuen Schäden am Bauwerk, auch weitere Spanndrahtbrüche blieben aus.
Reservenacht nicht mehr nötig
Getestet wurde in den Nächten von Montag und Dienstag - zunächst Brückenzug C, dann Zug A. Die dritte Nacht zum Donnerstag war nur als Reserve vorgehalten, falls die Messungen länger gedauert hätten. Weil das nicht der Fall war, entfällt die für Mittwochabend geplante Vollsperrung. Ammonstraße und der befahrbare Teil der Brücke bleiben in dieser Nacht offen.
Was „erfolgreich" bedeutet - und was nicht
Eine sofortige Rückkehr des Verkehrs ist damit noch nicht verbunden. „Erfolgreich" heißt zunächst, dass die Brücke die hohe Prüflast schadlos getragen hat. Nun werden die gesammelten Daten ausgewertet, mit den Berechnungsmodellen abgeglichen und verifiziert. Erst wenn das abgeschlossen ist, will die Stadt eine belastbare Aussage zum weiteren Vorgehen und zu einer möglichen Wiederfreigabe treffen. Das erklärte Ziel bleibt, die Brücke einspurig und mit einer 16-Tonnen-Grenze wieder für Autos und Busse zu öffnen.
Monatelanger Prozess bis zur Kostenschätzung
Bis dahin ist es ein weiter Weg: Nach der Auswertung folgt ein mehrmonatiger Planungs- und Optimierungsprozess, bevor überhaupt eine belastbare Kostenschätzung für die nötigen Verstärkungsmaßnahmen vorliegt. Überbau, Stützen und Fundamente bleiben engmaschig überwacht; nur die eigens für den Versuch angebrachten Sensoren werden wieder abgebaut. Erste Zwischenergebnisse will die Stadt dem Bauausschuss am 19. August vorlegen. Ob die Brücke am Ende repariert oder ersetzt wird, ist dabei noch offen - Brückenexperte Steffen Marx hofft auf eine Sanierung statt Abriss.
Der Test war nötig geworden, weil die Brücke aus den 1960er-Jahren – wie die eingestürzte Carolabrücke – mit spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl gebaut wurde. Nach Alarmsignalen des Messsystems hatte die Stadt das Bauwerk im Mai teilweise gesperrt und mit Stahlstützen gesichert (wie der Test ablief, lesen Sie hier).