Dresden. Kaum hat der Belastungstest an der Brücke Budapester Straße begonnen, richtet sich der Blick auf die Zeit danach. Und ausgerechnet der Mann, der das Bauwerk seit einem Jahr überwacht, dämpft die Eile beim Neubau: Steffen Marx, Massivbau-Professor der TU Dresden, würde die marode Brücke am liebsten gar nicht abreißen.
Nicht nur zehn Jahre - vielleicht dreißig
Dass die aufwendige Notsicherung die Brücke für rund zehn Jahre nutzbar hält, ist bekannt. Für Marx ist das aber nur die Untergrenze. Beim Pressetermin nannte er als eine der Optionen ausdrücklich seine persönliche Hoffnung, das Bauwerk so instandsetzen zu können, dass es weit länger trägt. Auf Nachfrage bestätigte er, dass damit ein Horizont von 20 bis 30 Jahren gemeint sein könne - gebunden an zwei Bedingungen: Erst müssten die Messdaten des Belastungstests entsprechende Ergebnisse bringen, dann die Kosten der möglichen Lösungen geklärt sein.
Damit setzt Marx einen leisen Kontrapunkt. Die CDU-Fraktion hatte im Bauausschuss den sofortigen Start der Neubauplanung gefordert - ein Vorstoß, den Marx dort begrüßt hatte. Doch begrüßen heißt für ihn nicht, den Abriss zur ausgemachten Sache zu erklären: Ob am Ende ein Ersatzneubau steht oder eine dauerhafte Reparatur, ist für ihn offen - und vor allem eine Frage des Geldes.