Dresden. Die Schäden an der maroden Brücke Budapester Straße in Dresden verschärfen sich drastisch. Während die Stadtverwaltung mit einer zweistufigen Notkonstruktion den Einsturz verhindern und den Verkehr stabilisieren will, drängt die Politik auf ein schnelles Handeln für die Zukunft. Die CDU-Stadtratsfraktion fordert den sofortigen Start der Planungen für einen Ersatzneubau parallel zu den laufenden Sicherungsmaßnahmen.
Neue Drahtbrüche erzwingen rasches Handeln
Das akustische Überwachungssystem der Stadt schlug zuletzt Alarm: Seit der Sperrung des Bauwerks haben sich die Schäden weiter verschlimmert. Allein an einer der Hauptachsen rissen sechs weitere Spanndrähte aus Hennigsdorfer Spannstahl - demselben Material, das auch beim Einsturz der Carolabrücke eine zentrale Rolle spielte. Der kritische Puffer bis zu einem irreparablen Zustand ist damit gefährlich geschrumpft.
Um die Brücke zu entlasten, hat die Stadtverwaltung eine sogenannte „Not-Notunterstützung“ eingeleitet. Arbeiter setzen derzeit in zwei Meter tiefe Fundamente vier Schwerlaststützen aus Stahl. Diese Konstruktion soll bis Ende Juli stehen, um die Unterfahrung auf der Ammonstraße zu sichern und dort wieder zwei Fahrspuren pro Richtung freizugeben. Bis Mitte September folgen acht weitere Unterstützungen aus Beton-Brunnenringen in drei anderen Brückenfeldern. Ziel dieser Maßnahmen ist es, zumindest eine Fahrspur pro Richtung auf der Brücke für den Verkehr und die Buslinie 62 wieder freizugeben. Die Kosten stehen wegen paralleler Ausschreibungen noch nicht fest.