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Budapester Brücke: CDU Dresden fordert frühe Neubau-Planung

Blick von oben auf eine mit rot-weißen Bauzäunen abgesperrte Baustelle direkt unter einer mehrspurigen Betonbrücke. Ein großer weißer Kettenbagger mit der Aufschrift „Hentschke“ sowie ein kleinerer Bagger stehen auf aufgewühlter Erde neben gestapelten Betonblöcken. Auf der Brücke im Hintergrund flie
Wettlauf gegen die Zeit: Während unter der maroden Brücke Budapester Straße bereits die Arbeiten für die rettenden Notstützen laufen, drückt die CDU im Bauausschuss aufs Tempo. Sie fordert die sofortige Planung für einen kompletten Ersatzneubau, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Die Stützen sind noch nicht alle gesetzt, da fordert die CDU bereits die Planung für einen kompletten Neubau. Rückendeckung kommt von Brückenexperte Steffen Marx, das Vorbild liefert ein Abriss bei Großenhain.

Dresden. Die Schäden an der maroden Brücke Budapester Straße in Dresden verschärfen sich drastisch. Während die Stadtverwaltung mit einer zweistufigen Notkonstruktion den Einsturz verhindern und den Verkehr stabilisieren will, drängt die Politik auf ein schnelles Handeln für die Zukunft. Die CDU-Stadtratsfraktion fordert den sofortigen Start der Planungen für einen Ersatzneubau parallel zu den laufenden Sicherungsmaßnahmen.

Neue Drahtbrüche erzwingen rasches Handeln

Das akustische Überwachungssystem der Stadt schlug zuletzt Alarm: Seit der Sperrung des Bauwerks haben sich die Schäden weiter verschlimmert. Allein an einer der Hauptachsen rissen sechs weitere Spanndrähte aus Hennigsdorfer Spannstahl - demselben Material, das auch beim Einsturz der Carolabrücke eine zentrale Rolle spielte. Der kritische Puffer bis zu einem irreparablen Zustand ist damit gefährlich geschrumpft.

Um die Brücke zu entlasten, hat die Stadtverwaltung eine sogenannte „Not-Notunterstützung“ eingeleitet. Arbeiter setzen derzeit in zwei Meter tiefe Fundamente vier Schwerlaststützen aus Stahl. Diese Konstruktion soll bis Ende Juli stehen, um die Unterfahrung auf der Ammonstraße zu sichern und dort wieder zwei Fahrspuren pro Richtung freizugeben. Bis Mitte September folgen acht weitere Unterstützungen aus Beton-Brunnenringen in drei anderen Brückenfeldern. Ziel dieser Maßnahmen ist es, zumindest eine Fahrspur pro Richtung auf der Brücke für den Verkehr und die Buslinie 62 wieder freizugeben. Die Kosten stehen wegen paralleler Ausschreibungen noch nicht fest.

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CDU fordert vorgezogene Planungen nach Vorbild Großenhain

Die Stabilisierung soll das Bauwerk für mindestens zehn Jahre sichern. Diese Zeit will die CDU-Fraktion jedoch nicht ungenutzt verstreichen lassen. Mit einem aktuellen Antrag im Bauausschuss fordert sie den Oberbürgermeister auf, unverzüglich mit den Planungen für einen Ersatzneubau zu beginnen. Bis zum Haushaltsentwurf 2027/28 soll eine konkrete Kostenschätzung samt Zeitschiene und Finanzierungsvorschlag vorliegen. Brückenexperte Steffen Marx von der TU Dresden begrüßte diesen Vorstoß in der Ausschusssitzung.

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Veit Böhm, warnt vor den langen bürokratischen Wegen, da unter dem Bauwerk wichtige Eisenbahnhauptlinien verlaufen. Diese erfordern erfahrungsgemäß langwierige Abstimmungen mit der Deutschen Bahn. Da jederzeit mit einer dauerhaften Stilllegung der Brücke zu rechnen sei, müssten die Pläne im Ernstfall bereits in der Schublade liegen. Der Zustand des Bauwerks sei an einigen Stellen schlechter als bislang bekannt. Das Thema müsse laut Böhm ein klarer Schwerpunkt für den nächsten Haushalt sein.

Lehren aus dem Brückenabriss an der B 101

Als Vorbild für das beschleunigte Verfahren dient die Stadt Großenhain. Dort musste im Dezember 2024 eine Brücke über die Bahnstrecke Dresden–Berlin wegen massiver Schäden kurzfristig gesperrt und abgerissen werden. Weil der Zustand jedoch seit Jahren absehbar war, lagen die Neubauplanungen bereits vor. Nur acht Monate nach dem Abriss konnte der Neubau beginnen, dessen Freigabe für Herbst geplant ist. Sachsens Infrastruktur-Staatssekretärin Barbara Meyer betonte beim Baustart den Modellcharakter: „Hier in Großenhain zeigen wir, was geht.“

Obwohl die Großenhainer Brücke mit rund drei Millionen Euro deutlich kleiner war als das fast einen Kilometer lange Großprojekt an der Budapester Straße, zieht der CDU-Antrag eine klare Lehre aus der Parallele: Wer frühzeitig plant und sich mit der Bahn abstimmt, kann im Ernstfall die Verkehrsader schnell wiederherstellen. Die Verwaltung selbst sieht den Ersatzneubau ebenfalls als unumgänglichen nächsten Schritt. Der politische Antrag soll nun dafür sorgen, dass das Vorhaben schneller finanziell untersetzt wird. Die Verhandlungen über den Antrag im Stadtrat dauern an.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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