Dresden. Vier Hilfsstützen, Aushubarbeiten, umverlegte Leitungen: An der Brücke Budapester Straße ist seit Dienstag Bewegung - im wörtlichen Sinne. Die Stadt hat mit den vorbereitenden Arbeiten zur Notunterstützung des Bauwerks begonnen, nachdem Experten vor Einsturzgefahr gewarnt hatten, sollten die Stützen nicht kurzfristig eingebaut werden.
Warum die Notunterstützung notwendig ist
Die Vorgeschichte ist gravierend: Bei der Probenentnahme an der fast einen Kilometer langen Brücke rissen 40 Spanndrähte auf einen Schlag. Brückenprüfer und Experten - darunter Professor Steffen Marx - warnten daraufhin vor Einsturzgefahr ohne Hilfspfeiler. Die Notunterstützung dürfte im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen, sagte Marx. Ein möglicher Ersatzneubau käme angesichts des fast einen Kilometer langen Bauwerks voraussichtlich auf mehr als 100 Millionen Euro.
Die Brücke Budapester Straße entstand im gleichen Zeitraum wie die Carolabrücke und wurde mit demselben spannungsrisskorrosionsgefährdeten Spannstahl aus dem Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf gebaut. Der Begriff Spannungsrisskorrosion hat in Dresden seit dem Teileinsturz der Carolabrücke im September 2024 einen neuen, bedrängenden Klang.