Dresden. 326 Tonnen auf 24 Achsen, im Schritttempo über maroden Beton: Was ab Montag über die Brücke Budapester Straße rollt, soll über die Zukunft einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen der Stadt entscheiden. In drei Nächten prüft Dresden die Tragfähigkeit des Bauwerks - und hofft, ihm so eine jahrelange Vollsperrung zu ersparen. Von 10. bis 12. August läuft der Test jeweils zwischen 19 und 5 Uhr.
Warum die Brücke zum Sorgenkind wurde
Das Bauwerk aus den 1960er-Jahren steckt voller spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl - jenem Material, das auch der eingestürzten Carolabrücke zum Verhängnis wurde. Ein nach dem Einsturz installiertes Messsystem schlug Alarm: Im Beton rissen die Spanndrähte, konzentriert rund um die Pfeilerachse C nahe der Ammonstraße. Am 14. Mai zog die Stadt die Reißleine, sperrte Teile der Brücke und stützte den kritischen Bereich mit wuchtigen Stahltürmen ab. Seither trägt sich die Brücke dort praktisch nur noch selbst.