PopUps tauchen mal auf und dann wieder ab. Die Orte sind meist unerwartet und haben den gewissen Kick. Also warum nicht mal im Weinlager sitzen und von der Vorbereitungsküche aus einen etwas anderen Genussabend erleben? Im vergangenen Jahr hatte die Idee Premiere, im "Salon Silbermöwe" bei Gräfe's Wein&fein ein französisches Menü in vielen kleinen Gängen mit dazu passenden Weinen aus Frankreich sowie vom französisch (von Geburt sogar: Pariser) sächsischen Winzer Frédéric Fourré anzubieten. Uns hatte es gefallen, anderen Gästen offenbar auch: das PopUp war trotz zweier Zusatztermine (im größeren Bistro) schon weit vor Beginn der Kochsternstunden ausgebucht. Wie gut, dass wir rechtzeitig reserviert hatten!
Neun Gänge hatten sich Matthias Gräfe und Frédéric Fourré ausgedacht, zu jedem gab's einen anderen – die Idee war natürlich: passenden – Wein. Das ist ein ziemlich straffes Programm, selbst wenn es "Die Nacht der kleinen Teller" hieß und die Portionen entsprechend klein serviert wurden. Und ja, richtig: es hieß nicht "Die Nacht der kleinen Gläser", da kam ganz gut was zusammen… Wem das nach Arbeit klingt: falsch – denn es waren äußerst entspannte und kurzweilige fünfeinhalb Stunden, in denen man (gefühlt, wie man so schön sagt) immer was zu mumpeln und zu trinken hatte. Für Input sorgten der Winzer, der die Weine vorstellte, und der Gastgeber, der zu den einzelnen Gerichten auch immer die ein oder andere Geschichte zu berichten wusste. Das ist, bei so einer Reise durch die einfachen Genüsse der französischen Gourmandie, auch eine Aneinanderreihung von Köstlichkeiten – erzählten wie gegessenen und getrunkenen.