Liebes Tagebuch,
heute war mein zehnter Kochsternstunden-Test in diesem Jahr. Zusammen mit der Frau Freundin ging’s auf nach Laubegast ins Hofzwanzig, wo Chefkoch Robert Vetterlein „moderne, deutsche Küche in einem historischen Ambiente“ (so die Unterzeile der Webseite) anbietet. Das Restaurant in seiner jetzigen Form gibt es seit Juni 2024 – est[ablished] 1733 als Zusatz zum Hofzwanzig-Logo meint ja nur das Haus…
Wir hatten an diesem verregneten Sonntag einen Tisch für 17.30 Uhr reserviert und gehofft, zum Tatort wieder zu Hause zu sein. Traditionen müssen doch gepflegt werden! Das Kochsternstunden-Menü sieht vier Gänge vor, da sollte es also zu schaffen sein. Zur Frage Weinbegleitung hatte ich bei den Vorbereitungen auf der Webseite der Kochsternstunden dieses gefunden:„Bei uns gibt es keine feste Standard-Weinbegleitung, sondern eine individuell abgestimmte Weinbegleitung, die wir passend zum Menü und zu den persönlichen Präferenzen unserer Gäste zusammenstellen.“
Natürlich (!) wählte ich diese Option, ich alter Abenteurer. Nach meinem Geschmack wurde ich freilich nicht gefragt, aber offensichtlich nach den ersten drei Gängen als abgefüllt genug eingeschätzt, denn zum Dessert gab’s keinen Wein mehr. Beim Rotwein zum Hauptgang wäre das mit dem Beratungsgespräch auch obsolet gewesen, denn auf der Karte steht nur einer offen – entsprechend wurde er auch gleich im Glas gebracht und kommentarlos als „Ihr Rotwein“ serviert. Um es abzurunden: Zur Begrüßung plus parallelem Genuss zur Vorspeise servierte man einen Spumanti (sic!), bei dem man mit dem Kauf eines Glases gleich die ganze Flasche bezahlt. Einen Ausreißer leistete man sich, denn zum Zwischengang reichte man „Der kleine Schwarz“ – aus der Flasche am Tisch eingeschenkt. Geht doch.