Einen im Kahn haben gehört zu den weniger distinguierten Sprüchen über den eigenen oder (lieber noch, mit Fingerzeig auf eine andere Person) den bemitleidenswerten Zustand einer anderen Person. In Dresden ist das anders, da ist die Verbindung zwischen „im Kahn“ und „Genuss“ durchaus positiv konnotiert. Denn auf dem Theaterkahn auf der Elbe an der Augustusbrücke treffen Kultur und Kulinarik zusammen – mit dem Dresdner Brettl auf der einen und der Brasserie Bateau auf der anderen Seite. Wir waren in der Brasserie.
Eine Brasserie in Frankreich ist meist ein wenig formeller als ein Bistro, aber weniger steif als ein Restaurant. Im Prinzip also ein Ort, an dem man für zwangloses Essen und Trinken gut aufgehoben ist. Clemens Lutz, der aus dem eher dunklen Vorgänger Kahnaletto mit italienischer Küche ein heiteres helles Innere mit mediterranem Blau-Weiß gemacht hat, ist (zusammen mit seiner Frau Marlene Buder-Lutz) ja der Erfinder der Kochsternstunden – natürlich nimmt er da jetzt auch dran teil und stellt (nicht wirklich überrascht) fest: das Ziel, der Gastronomie in tristen Zeiten Umsatz zu bescheren, klappt. Ohne jetzt hier konkrete Zahlen zu verraten: sie stimmen den Betreiber glücklich – und nicht nur ihn, wir reden ja bei unseren Besuchen oft mit den Verantwortlichen über sowas..