Die Frage nach dem ältesten Gewerbe der Welt ist, trotz 21. jahrhunderts meist immer noch leicht errötend, schnell beantwortet. Aber was ist das älteste Handwerk für Genuss- und Lebensmittel? Nicht zufällig wahrscheinlich zwei Dinge, bei denen es ordentlich gärt, bevor es was wird: Brot und Wein – wobei klar ist, dass das Lebensmittel Brot durchaus auch für Genuss steht und der Wein – nun ja, lassen wir das. Fürs richtige Genießen ist es aber nicht ganz egal, welches Brot man zu welchem Wein trinkt: es gibt Allrounder, die immer gehen, und es gibt Pro-Tipps für gutes Pairing. Tino Gierig, Brotsommelier und Kreativkopf im Dresdner Backhaus, hatte sich im Vorfeld der BW-Classics am kommenden Wochenende Weine aus Württemberg besorgt und von Maria Lehmann aus Sachsen mitbringen lassen und aus dem Angebot der handwerklichen Brote Passendes ausgesucht.
Prinzipiell ist es ja ganz einfach: die Geschmacksnoten des Weins und die des Brotes sollten zueinander passen, es muss harmonieren – weder sollte der Wein sich geschmacklich vor dem Brot hervortun noch das Brot (beispielsweise durch Säure oder Gewürze) den Wein besiegen. Entscheidendes Ziel: ein klassisches Unentschieden! Das gilt natürlich auch, wenn’s mehr als Brot sein soll, also bei einer kompletten Menübegleitung. Der Brotsommelier hatte beispielsweise zum Bacchus vom Weingut Lehmann ein Pane Maggiore ausgesucht. Das ist ein Weizenbrot, ganz mild gesäuert – und wenn man das dazu probiert, ist es so, dass es in einen Einklang geht. „Und die leichte Restsüße, welche im Wein ist, die passt perfekt zu diesem Brot und untermalt die leichten Röstaromen“, befand Tino Gierig.