Michael Kretschmer, der Regierungschef Sachsens von der CDU, bezeichnete den EU-Beschluss, vollständig auf russisches Erdgas zu verzichten, als unverständlich. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte er, dass er diesen Schritt als Fehlentscheidung betrachte. Man könne mittlerweile beobachten, dass sich die Situation in Richtung eines Waffenstillstands entwickle, was hoffentlich den Weg zu einer neuen Ära ebne. "Warum man jetzt so einen Beschluss fassen muss, verstehe ich nicht."
Kretschmer kritisiert den Beschluss als Symbolpolitik
„Mir erschließt sich das nicht“, sagte Kretschmer und verwies darauf, dass LNG-Gas, welches einen Teil der früheren Importe aus Russland ersetzt, einen hohen CO2-Fußabdruck aufweise. Der sächsische Ministerpräsident sieht in dem Beschluss eine Politik, die hauptsächlich darauf abzielt, Symbole zu setzen: „Ich glaube nicht, dass das in die richtige Richtung geht.“
Kretschmer hat bereits zuvor wiederholt betont, dass nach einem Ende der Kämpfe in der Ukraine wieder Energie aus Russland bezogen werden sollte. "Unser Interesse muss sein, nach einem Waffenstillstand wieder in den Import von Energielieferungen aus Russland einzutreten", äußerte er kürzlich. In Zukunft müsse Russland wieder als Handelspartner betrachtet werden, ohne dass eine neue Abhängigkeit entsteht.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten