Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben im Freistaat verteidigt. Zugleich äußerte er sich im Gespräch mit der «Sächsischen Zeitung» und «Leipziger Zeitung» kritisch zu den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. «Es ist nicht unser Krieg. (....). Wir haben immer gesagt, wir dürfen nicht Kriegspartei werden. Ich würde sagen, wir sind es längst. Das ist ein Riesenfehler.» Kretschmer zufolge macht das den Menschen Sorgen und Angst. Gleichzeitig werde so der realistische Blick darauf verstellt, dass es nötig sei, in die eigene Verteidigungsfähigkeit zu investieren. Der beste Schutz sei ein Abschreckungsszenario, das einen Angriff auf Europa und Deutschland von vornherein unterbinde. «Raketen, die auf uns fliegen» müssten vernichtet werden. Für Kretschmer ist das der Grund, warum die Technik dafür hier produziert werden müsse. Der Freistaat könne mit Blick auf seine wirtschaftliche Kraft, die Arbeitslosigkeit und die Lohnstruktur solche Ansiedlungen nicht ausschließen, betonte Kretschmer. Sachsen sei nicht in der Situation, «dass wir mal sagen können aus Luxus: Wir verzichten auf den Bereich der Verteidigungsindustrie». Als Beispiel nannte er das frühere Alstom-Werk in Görlitz, das vom Rüstungskonzern KNDS übernommen wurde. Statt Waggons werden dort jetzt Panzerteile gefertigt. Anlass von Kretschmers Äußerungen sind die Pläne eines jungen US-Unternehmens, das in Leipzig ab 2027 Marschflugkörper fertigen will. Das sorgt aktuell für Diskussionen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKretschmer: Der beste Schutz ist ein Abschreckszenario
MP: Sachsen kann auf Verteidigungsindustrie nicht verzichten